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Hey Ihr... Hier schreiben zwei verrückte Cb-Schwämme eine ff ^^ Wenn ihr mögt und Zeit habt, könnt ihr sie euch gerne durchlesen... Und wenn ihr dann noch lustig seid, könnt ihr auch gerne etwas hinterlassen, einen Kommi oder so :D Wir freuen uns ^^ die sasa und die lara Ps: für alle, die es nicht wissen: Cb-Schwamm - Cinema Bizarre-Fan :D

Updates

15. Juni-Neues Layout online
16. Juni-Neue Buttons
17. Juni-Neue Wallpapers
...
38. Kapitel - Neuigkeiten :D

~Kairos Sicht~

Nun sind wir wieder Zuhause. Ich bin soooo, sooo, sooooo glücklich. Ich sage euch aber nicht warum. Oke, ich sage es euch vielleicht doch. Später.
Jetzt muss ich erst mal zu Lara. Ich will ihr die guten Neuigkeiten als erstes überbringen, schließlich ist sie meine beste Freundin. Und ich freue mir nen Kind in den Bauch.
Ich überspringe jetzt mal ganz einfach die Abschiedsprozedur mit meinen Schatzi, denn das würde einfach zu lange dauern, dass hier aufzuschreiben...
Und dann gehe ich mal zu Lara.
"Huhuuu.", begrüße ich sie und falle ihr erst mal um den Hals. Sie guckt mich groß an.
"Mensch, Kairo, wo habt ihr gesteckt?", fragt sie.
Ich grinse sie an.
"Tja, das wüsstest du wohl gerne, ne? Ich will ja nicht gemein sein. Wir waren in Las Vegas.", sage ich und gucke geheimnissvoll.
"Oh. Und was habt ihr dort gemacht? Und wo sind Yu und Shin?", fragt sie, klingt dabei aber nicht so interessiert, was mir ganz und gar nicht gefällt. Ich verenge meine Augen zu schlitzen und stemme meine Hände in die Hüften.
"Wenn es dich nicht interessiert, sage ich es dir auch nicht.", meine ich säuerlich.
"Nein, jetzt spucks aus, sonst..."
"Sonst was?"
"Sags doch einfach, bevor du mir noch aus dem Fenster springst, weil es mich angeblich nicht interessiert.", sagt sie giftig. Na gut, ich bin gut gelaunt und deshalb nehme ich das jetzt mal nicht sooo ernst.
"Oke, setz dich hin. Denn..."
Ich zeige ihr meine Hand und sie guckt erst mal ganz doof.
"Was ist mit deiner Hand? Hast du dich verbrannt, oder so?", fragt sie ernst und guckt neugierig auf meine Hand. Pff... Das sieht man doch wohl...
"Lara, mach deine Augen gefälligst auf, ist ja klar, dass du nichts siehst. Guck genauer hin.", befehle ich und zeige ihr zum Vergleich meine andere Hand.
"Ja und was ist nun mit deinen Händen?", fragt Lara verwirrt. Ich gucke sie ungläubig an.
Na gut, dann muss ich halt offensichtlicher werden.
"Lara, fällt dir denn nichts an meiner Hand auf? Vielleicht etwas silbernes? Rundes? Mit Schrift?"
Sie guckt mich an, dann wieder auf meine Hände.
"Ah.. Du hast einen neuen Ring. Ja und?"
Ich verzweifle langsam.
"Laraaaaa... Ich war mit YU in LAS VEGAS. Klingelt es da nicht irgendwie bei dir? Nicht mal ein bisschen?"
Plötzlich erhellt sich ihr Gesicht.
"Ihr habt geheiratet!", platzt es aus ihr heraus und ich nicke. Sie fällt mir prombt um den Hals.
"Das sind ja mal Neuigkeiten. Und ich dachte, Yu würde sich niemals auf dich einlassen.", sagt sie freudestrahlend. Ich glaube, ich strahle nicht minder. Ich freue mich so. Ich und Yu. Yu und ich und wir sind vereint, bis in die Ewigkeit. Hach jaaaa...
"Aber das ist noch nicht alles, was ich dir erzählen muss. Nämlich: Shin ist in Amerika geblieben.", sage ich, wieder etwas geheimnissvoll.
"WAS? Wieso denn das?", fragt sie.
"Er hat jemanden kennen gelernt. Und er wollte sich nicht mehr von ihr trennen. Deshalb ist er nun erst mal dort, aber sie werden irgendwann nach Deutschland kommen, weil Shin ja keine Green-Card hat. Und die beiden wollen auch gar nicht in Amerika bleiben. Auf jedenfall geht es ihm wieder richtig gut. Auch wenn wir nicht wirklich herausfinden konnten, was mit ihm los war.", plappere ich drauf los.
"Das ist ja supiii... ", meint Lara und fällt mir glatt noch mal um den Hals...


~Yus Sicht~

Ich bin sooo glücklich. Ich habe mich mit meinem Schicksal abgefunden. Ich bin schwul! Na ja, mehr oder weniger. Jedenfalls bin ich jetzt auch verheiratet. Mit Kairo - wunder, wunder.
Mehr wollte ich auch nicht erwähnen. Ich gebe das Wort auch schon an jemand anderen weiter. Tschühüß.

Sasa Shinya am 27.10.07 17:16


37. Kapitel ~Strify mal anders =P

~Strifys Sicht~

Also bei uns ist grundsätzlich alles in Ordnung, würde ich mal so behaupten. Wir leben so vor uns hin und versuchen, Tommy ein so gutes Leben wie möglich bieten zu können. Mit Laras tatkräftiger Unterstützung geben wir uns alle Mühe, aus Tommy ein, wie heißt das noch mal? -Ein Ich-starkes Kind zu machen. Ich finde, wir sind gut. Obwohl Reinlichkeitserziehung nicht so ganz mein Ding ist aber es muss ja getan werden und Tommys Lächeln ist Geschenk genug. Nun aber mal zurück zu dem, was die Erwachsenen so treiben!
Also.. Yu und Kairo UND Shin sind abgehauen! Ist das nun ein Dreier oder was soll das werden? Mir fehlen Yu und Shin! Ich wollte doch Shin helfen! Ich hab mir extra Laras Psychologiezeitschriften geliehen und sie nach einer Lösung durchsucht.. Ich möchte doch nur wissen, was mit Shin los ist!!! Helfen will ich ihm!
Gerade ist es übrigens drei Uhr nachmittags, Tommy spielt auf der Decke, Lara muss nach der Uni noch mit Oreo zum Tierarzt (dass mein schönes Geschenk hier so selten erwähnt wird! Tzzzzz....) und dann kommt sie vorbei und der Rest ist arbeiten. Mich will irgendwie keiner haben. Außerdem muss einer bei Tommy bleiben... er muss bald in den Kindergarten und bis es so weit ist, möchte ich so viel Zeit mit ihm verbringen, wie möglich. Denn wenn er erst im Kindergarten ist, ist er ruckzuck in der Schule, dann auf der Uni und dann ist er weg! Wenn ich ein ganz ganz schlechter Vater bin, sehe ich ihn niiiiiiiiiiiiiie wieder! Ach Gottchen. Ein Schlüssel knackt im Schloss. Verwundert schaue ich zur Tür. Tommy tapst schon mal los, nachschauen, was wohl los sein mag. Schon sind die lauten Stimmen von Yu und Kairo zu hören.
"Trautes Heim, Glück allein.", höre ich Kairo theatralisch sagen.
"Allein wohl eher nicht! Hallo, Tommy!", erwidert Yu. Sie klingen glücklich. Anscheinend hat ihnen der Spontanausflug, von dem niemand etwas wusste, wohl gut getan. Shin anscheinend nicht, den von dem ist nichts zu hören.
"Bist du ganz alleine, Zwerg?", fragt Kairo.
"Nee." Jetzt muss ich mich doch mal zu Wort melden.
"Der Strify! Welch eine Überraschung!" Yu kommt ins Wohnzimmer und strahlt mich an. Was ist denn mit dem los? Waren sie in Holland und haben zu viel gekifft? Ich verstehe das alles nicht. Hilfeeee.
"Wie geht es Shin?", frage ich, als Kairo sich neben Yu stellt und sich Tommy zwischen ihnen durch bugsiert und sich wieder auf seinen Ball stürzt, der aber wieder wegflutscht und er ihm beharrlich folgt und ihn wieder fängt und sich das Ganze wiederholt.
"Was ist mit euch los? Warum strahlt ihr so?" Ich bin von diesen überglücklichen Gesichtern quasi geblendet und verstehe kein Wort mehr!
"Sagen wir nicht! Sagen wir nicht! Sagen wir nicht!", sagt Kairo und kneift Yu in die Wange. Er wehrt seine Hand ab und lächelt dabei. Sehr mysteriös. Ganz ehrlich. Irgendwas ist im Busch.
"Und wo ist Shin?", wiederhole ich erneut.
"Der ist in Amerika geblieben.", rückt Yu endlich mit der Sprache raus.
"In ... Amerika???"
"Jaah. Es geht ihm gut, glaub mir.", antwortet Yu mir und schluckt. Wieso verlieren wir eigentlich immer irgendjemanden? Ist das normal? Wieso treibt das Leben uns immer wieder auseinander? Ich finde es gemein! Gemein! Gemein! G.e.m.e.i.n.!
"Aber.. das doch weit weg!", sage ich. Irgendwie wühlt es mich auf. Er soll wieder herkommen! Ich hätte jedem anderen einen spontanen Abgang zugetraut, jedem! Aber nicht Shin! Unsere Schnecke! Jetzt bin ich zutiefst verwirrt. Was haben wir ihm getan, dass er auswandert? Ich mache mir Vorwürfe und im Hintergrund knutschen sie rum! Was soll nur werden? Ohne Shin? Ich will nicht noch mal, dass jemand geht! Luminor hat mir schon den Schock meines Lebens versetzt! Ich will das nicht! Ich will das nicht! Ich will das nicht! Aaaaaaaaah... Hilfe. Rettet mich!

Silent Scream am 27.10.07 15:42


36. Kapitel - Las Vegas

~Yus Sicht~

Auf nach Las Vegas. Ja, ihr lest richtig. Kairo und ich - übrigens sind wir zusammen, und es ist gar nicht so schlimm, wie ich gedacht habe... Allerdings ist unser Körperkontakt noch etwas spärlich, verständlicherweise - fahren nach Las Vegas. Und wir nehmen Shin mit, auch wenn der eigentlich gar nicht will. Wir zwingen ihn aber. Weil er Ablenkung zu brauchen scheint. Wir wissen immer noch nicht, was mit Shin los ist... Er redet mit niemanden, nicht mal mit Luminor. Und deshalb schleifen Kairo und ich ihn auch mit.
"Yuhuuuu.. Wir müssen lohos.", ruft Kairo zuckersüß.
Ich nehme meine und Shins Tasche und mache mich auf den Weg zu meinem Freund (ich kann mich noch immer nicht wirklich daran gewöhnen.)
Kairo und Shin stehen schon im Wohnzimmer und warten auf mich, wobei Shin versucht, sich aus dem Griff von Kairo zu befreien, der ihn nicht loslassen will...
Die anderen sind alle nicht da. Denen haben wir nämlich nicht gesagt, dass wir weg gehen. Die müssen ja nicht alles wissen. Nur Luminor weiß, wo wir sind. So gemein wollte ich dann doch nicht sein. Im übrigen ist Lara wieder da. Und Strify freut sich wie ein keines Kind. Apropo kleines Kind: Tommy ist auch wieder da. Wird ja fast höchste Zeit, dass sich mal wieder jemand aus dem Staub macht. Ist doch sonst langweilig...
"Wir können.", sage ich und nehme auch noch Kairos Gepäck, was nicht gerade wenig ist, weil er irgendwie seinen halben Haushalt mitnehmen muss...
*Einige Stunden später* - Oder so ähnlich...
Nun sind wir hier also... In Las Vegas. Und was tun wir nun? Ich habe keine Ahnung, denn Kairo hat schon alles geplant, ohne uns zu fragen. Shin ist immer noch nicht wirklich glücklicher. Er läuft uns abwesend hinterher, wie ein kleines Kücken...
Kairo hat sich bei mir eingehakt und ist mal wieder super gut gelaunt. Das ist unglaublich... Immer gut gelaunt.
Nachdem wir die halbe Nacht durch Las Vegas gerannt sind und uns allen etwas kalt ist frage ich:
"Gehen wir nun ins Hotel?"
Kairo aber schüttelt den Kopf...
"Nee, ich hab noch ein Attentat auf euch vor.", sagt Kairo und zwinkert Shin zu. Er lächelt etwas. Ich habe das Gefühl, dass er mehr weiß, als ich und das ist nicht nett.
"Was habt ihr mit mir vor?", frage ich ängstlich. Das kann ja nichts gutes werden.
"Nichts, nichts.", meint Kairo und zieht mich hinter sich her.

~Kairos Sicht~

Haha. Jetzt habe ich Yu da, wo ich ihn haben will... muhahahaha. Nein, eigentlich habe ich das so nicht ganz geplant. Die Idee entstand auf dem Flug und ich habe sie Shin erzählt, als Yu gepennt hat. Und Shin fand die Idee auch nicht schlecht. Auch, wenn er nicht wirklich ganz da war mit seinen Gedanken. Er ist ja wirklich ein Netter - auch, wenn mir sein Style ganz und gar nicht gefällt - aber in letzter Zeit, da ist er merkwürdig. Zumindest habe ich das so mitbekommen. Ich kenne die anderen ja nicht so lange wie Yu, aber wenn Yu sich schon Sorgen um Shin macht, kann es sich ja nur um was Ernstes handeln...
Egal...
Jetzt wird mein Plan erst mal in die Tat umgesetzt....

Sasa Shinya am 24.10.07 19:54


35. Kapitel ~Komplikationen

~Kiros Sicht~

Wie sehe ich eigentlich aus, wenn ich 35 bin? Hm? Weiß das jemand von euch? Wenn ja, bitte ich schleunigst um Antwort. Denn das beschäftigt mich gerade sehr. Was ist, wenn ich 35 bin??? Bin ich dann verheiratet? Bin ich alt und runzlig? Werde ich noch mit meinem Jungs zusammen wohnen oder eher nicht? Wir leben uns ja jetzt schon so auseinander. Aber das Ganze nun mal etwas genauer:
Luminor rennt nur noch summend durch die Bude und ich habe den Verdacht, dass er sich verliebt hat,
Yu übernimmt im Moment die Therapeutenrolle und er SINGT auch nur noch (was echt nervtötend ist, da beide weder singen noch summen können), während er versucht, Antworten aus Shin herauszubekommen, der immer noch in der Ecke sitzt. Und er treibt sich ständig mit Kairo rum. Wir wissen ja offiziell von nichts. Aber was die auf diesem Dach wollten... ich weiß es nicht... Ich finde es seltsam aber mit mir redet ja niemand! 
Tommy, unser kleiner Tommy hat im Moment den härtesten Schicksalsschla, denn neulich meinte seine Mutter, sich wieder blicken zu lassen UND: Sie hat ihn mitgenommen! Sie meinte, sie wolle mit ihm in den Urlaub fahren. Zwei Wochen. Und es sei ihr gutes Recht und aggressiv wie sie war, liess sie nicht mit sich diskutieren. Tommy hat sich voll gefreut, sie zu sehen. Na ja... nun ist er auf jeden Fall weg. Wieso machen Frauen und Kinder so viel Urlaub? Und wieso kommt diese Zicke da so urplötzlich drauf? Wenn ihr mich fragt, die führt was im Schilde.  
Und Strify? Der ist ganz alleine, da Lara sich entschieden hat, spontan noch 10 Tage länger zu bleiben. Seitdem rennt er nur noch durch die Stadt.
Oh Mist, sein Handy klingelt. Ich geh mal ran. Uuuuh, die Lara.
"Hallo, hier ist nicht Strify!", sage ich vorsichtshalber.
"Kiro?" fragt sie.
"Ja, sehr wohl! Was verschafft uns die Ehre deines Anrufs?"
"Ehm, ich wollte Strify was fragen, aber ist auch nicht so wichtig grad. Erzähl mal, wie geht es euch?", fragt sie. Ich erzähle ihr alles. 
"Kein Wunder, dass der Vollhorst nicht an sein Handy geht!", sagt sie.
"Wo bist du grad?", frage ich neugierig.
"Am Strand. Und du?", fragt sie zurück.
"In meinem Zimmer. Was machst du heut noch?", frage ich.
"Ich denke, wir gehen in die Disco und reißen ein paar Männer für die Nacht auf.", sagt sie. Ich stell sie mir grad vor, wie sie auf einer Liege liegt, eine Sonnenbrille trägt und telefoniert.
"Was istn mit Strify?", frage ich.
"Ja, genau das wollte ich ihn auch fragen! Ich weiß gar nicht wie oft ich seit Beginn meines Urlaubs versucht habe, ihn zu erreichen. Anrufe, SMS, aber... nichts! Hab ich was verbrochen? Ist es ein Verbrechen, in den Urlaub zu fahren?", mault sie. 
"Ehm dieser Mensch hat glaub ich all seine Hoffnungen in dich gesetzt, verstehst du? Und dann.. okay, ich kann ihn verstehen. Ich wär auch sauer, wenn Kira ohne mich in den Urlaub fahren würde. Obwohl ich ja nicht weiß, ob ihr zusammen seid, oder nicht..."
"Hast du also doch eine Freundin?"
Ich sehe ihr Grinsen quasi vor mir. Und sie lenkt vom Thema ab! Ich wollte doch diese Frage klären, die seit Ewigkeiten offen steht.
"Jaaaaaaaaaah.", sage ich gedehnt.
"Das ist doch schön." sagt sie und seufzt so abgrundtief, dass es einem Angst machen kann, wenn man sie kennt.
"Ey du! Jetzt sei mal wieder froh! Lachen!"
"Kiro? Weißt du was? Eigentlich bin ich gar nicht mehr im Urlaub. Ich bin im Bordeaux."
Jetzt seufzt sie noch tiefer. Aus, pfui! Wie bööööse.
"Hä? Und warum?"
"Ich wollte... nachdenken, weißt du? Bald habe ich meinen Abschluss und ich muss gucken, was ich damit anfange. Mein Leben planen. Ich bin aber auch erst seit gestern Abend wieder hier."
"Also willst du uns ausschließen.", frage ich. Strify kommt zur Tür herein und guckt mich groß an. Ist ja auch klar, immerhin habe ich sein Telefon in der Hand.
"Ehm... ich nein das meine ich nicht, ich wollte mir nur eine Art Lebensplan überlegen und deswegen bin ich früher gekommen und ich weiß, ein Leben zu planen ist sinnlos aber ich will halt wissen, wie es weiter gehen soll.", sagt sie. Ich mache mal freundlicherweise auf Lautsprecher und lege das Telefon auf den Tisch.
"Das ist deine Freundin. Die ist schon Zuhause und macht sich Gedanken darüber, ob sie uns im Stich lassen soll." sage ich. Strify guckt mich groß an.
"So war das gar nicht gemeint! Kiro! Du hörst auch nie zu!"
Ich grinse. Hihi. Es ist manchmal wirklich lustig, sie zur Weißglut zu treiben.
"Dann erklär's." sagt Strify.
"Was tust du denn hier?", fragt sie verwundert.
"Ich wohne hier. Für gewöhnlich. Und du planst also dein Leben?"
"Jaah und du bist auch integriert. Oder ihr. Aber Kiro wollte mir nicht zuhören! Ich wollte nur sagen, dass es anders wird, vermute ich und so! Das wars eigentlich. Aber wenn ihr schon mal da seid: habt ihr was zu essen? Ich trau mich nach Kiros Berichten nicht mehr in meine Wohnung."
"Klar. Komm her. Ich habe einen neuen Horrorfilm!", sage ich.
"Alles klar. Bis gleich." sagt Lara und legt auf. Na gut. Strify springt auch auf und sprintet ins Bad. Das wärs dann mal von meiner Seite aus.

SilentScream am 24.10.07 15:39


34. Kapitel - Jetzt wirds romantisch

~Yus Sicht~

Argh. Das ist nicht nett, das ist absolut nicht nett... Ich will bitte flüchten...
Ich sitze hier, mit Kairo und mein Herz hämmert gegen meine Brust. Hilfäää. Ich will nach Hause, bitte, ich mag nach Hause.
Kairo labert sich gerade einen Zahn locker. Aber ich kann ihm nicht zuhören, weil ich nur auf sein Gesicht gucken kann, das ich wirklich sehr... anziehend? Anziehend finde... Oh man. Mich hat es aber voll erwischt. Ich bin so verknallt und komme damit so was von nicht klar...
"Yu, hörst du mir überhaupt zu?", fragt Kairo.
"Hä? Was, wie, wo? Worum gehts?", frage ich verpeilt. Kairo zieht eine Schnute und guckt mich beleidigt an.
"Pff... Du hast mir nicht zugehört, jetzt bin ich beleidgit.", sagt er und dreht sich etwas weg.
"Sorry, ich war gerade in Gedanken versunken.", entschuldige ich mich und versuche seinen Blick wieder einzufangen,a ber er guckt mich nicht mehr an, weil er von etwas anderem abgelenkt wird.
"Sag mal, kennst du den da draußen?", fragt er und zeigt auf eine Person, mit roten Haaren, die irgendwie stark nach Shin aussieht, auch, wenn dieser keine roten Haare hat (es gibt schließlich auch so was wie Perüken.). Da fällt mir wieder ein, dass es Shin nicht gut geht. Er ist immer noch so verändert. Und bis jetzt hat es sich noch niemand zur Aufgabe gemacht, das zu ändern. Das muss sich aber ändern. Irgendwas stimmt mit ihm nicht und das ist nicht gut. Denn er vergräbt sich in sich selbst. Quasi hat ihm nun jemand auf die Hörner gehaun und er verschwindet in seinem Schneckenhaus... Gemeinheit. Wenn ich herrausfinde, wer es war, werde ich diesen Menschen leider killen müssen.
"Yu, du hörst mir schon wieder nicht zuhuu.", mault Kairo. Ich sehe zu ihm...

~Kairos Sicht~

Ich freue mich soooo. Ein Date mit meinem Schwarm Yu. Wer kann schon von sich behaupten, jemals mit Yu ausgegangen zu sein. Aber leider ist der Honk nicht ganz bei der Sache. Er hört mir einfach nicht zu.
"Weißt du was? Neulich haben mich Außerirdische entführt. Und sie haben mich zu ihrer geheimen Basisstation mitgenommen, um Experimente mit mir zu machen. War ganz lustig. Jetzt kann ich sie ab und zu besuchen, wenn ich will.", plappere ich drauf los, um Yu dazu zu bewegen, mir Aufmerksamkeit zu schenken, aber er guckt immer noch aus dem Fenster, wo das Rothaarige Etwas immer noch auf und ab läuft. Pff...
"Und gestern, da bin ich wieder bei euch eingebrochen und habe mir ein paar Klamotten von dir geklaut, nur, um daran schnüffeln zu können.", rede ich weiter, aber Yu hört mich immer noch nicht. Ich fühle mich irgendwie verarscht.
"Yu, du hörst mir schon wieder nicht zuhuu.", maule ich. So macht das ja keinen Spaß...
Er guckt mich mit großen Augen an.
"Was meinst du?", fragt er, als ich nichts sage.
"Wa.... Yu, ich hab dir gerade erzählt, ich wäre von Außerirdischen entführt worden und ich habe gesagt, dass ich deine Klamotten gestohlen habe, nur um daran zu riechen und du hast nicht mal mit der Wimper gezuckt.", sage ich beleidigt.
"Ähm... Oh... Sorry. Ich bin irgendwie nicht ganz bei der Sache.", gibt Yu zu und starrt wieder aus dem Fenster.
Na so hab ich mir mein Date ja nicht vorgestellt. Wenn er mich so ignoriert, kann ich eigentlich auch aufstehen und gehen. Genau das habe ich jetzt auch vor. Bezahlen kann er. Dafür bin ich nicht verantwortlich.
Ich stehe auf und will gehen. Yu sieht mich mit großen Augen an.
"Wo gehst du denn jetzt hin?", fragt er verdattert.
"Ich gehe nach Hause. Wenn du mich ignorierst, gehe ich lieber.", sage ich und versuche nicht mal, meine Wut aus meiner Stimme zu nehmen.
"Nein, jetzt bleib doch.", sagt Yu flehend.
Ich stemme meine Hände in die Hüfte und sehen Yu von oben herab an.
Yu steht nun auch auf, er ist etwas größer als ich, weshalb ich ihn nun nach oben gucken muss. Ich versuche, so wütend zu gucken, wie ich nur kann, aber Yu guckt so unschuldig und lieb, da kann man ja nur schwach werden.
"Tut mir leid, ich... ach ich komm halt voll nicht klar damit...", flüstert Yu und senkt den Kopf. Nun stehen wir hier doof rum und die Leute fangen schon an zu starren.
"Ähm... Lass uns bitte von hier gehen.", sagt Yu, der die Menschen nun auch sieht.
Ich nicke zustimmend, gehe zu einer der Bedienungen und bezahle. Yu folgt mir unauffällig.
"So, wo gehen wir jetzt hin?", fragt Yu, und sieht sich um.
Irgendwie stehen da so leute, mit total bunten Perüken, die aussehen, wie Wischmopps... Mir kommt das spanisch vor.
Ich nehme Yus Hand und ziehe ihn hinter mir her, als mir eine gute Idee kommt.
"Wo gehen wir denn nun hin?", fragt Yu.
"Siehst du dann schon."
...
Endlich kommen wir an meinem Ziel an... Wir stehen auf einem Dach. Von hier aus kann man die halbe Stadt sehen. Wunderschön ist es hier...
Ich setze mich an den Rand des Daches und Yu setzt sich neben mich.
"Wow... Hier war ich noch nie.", meint er und betrachtet die Aussicht.
"Jap. Und jetzt mal zu was ernstem: Was ist los mit dir? Und mit was kommst du nicht klar?"
Ich will Antworten - Sofort.  
"Ähm... Ich... Ich kann doch unmöglich... schwul sein.", nuschelt Yu.
"Wieso nicht? Ich bins auch.", sage ich.
Yu starrt auf seine Füße die vom Dach baumeln.
"Mhm... Ich weiß nicht, ich... bin damit einfach überfordert, verstehst du?"
Ich nicke. Ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe, als ich gemerkt habe, dass ich einfach nicht auf Frauen stehe.
"Das ist aber nur am Anfang so. Außerdem musst du ja nicht gleich schwul sein. Vielleicht bist du auch einfach nur bi.", meine ich.
Yu schweigt...
So sitzen wir eine Weile schweigend rum, bis Yu mir ganz tief in die Augen guckt. Ich gucke zurück. Dann kommt er mir näher, ganz langsam. Es dauert eine Ewigkeit bis sich unsere Lippen berühren...

Sasa Shinya am 21.10.07 17:31


33. Kapitel ~Das Date oder der blanke Horror!

~Laras Sicht~

Ich bin im Urlaub. Hier ist es sonnig, sonnig, sonnig, heiß und langweilig. Jaah mir fehlen meine Chaoten. Und ich bete, dass Kairo nicht so viel Ärger macht. Wieso mache ich mir deswegen eigentlich Gedanken? Er ist für sich alleine verantwortlich! Ich bin nicht seine Mutter, ich bin für niemanden verantwortlich. Aber warum fühle ich mich dann so? Egal, jetzt lege ich mich erst mal in den Liegestuhl zurück, lasse mir noch einen Drink bringen, höre Musik und schlafe. Nur keine überflüssigen Gehirnanstrengungen... Mein Blick fällt auf das Psychologiebuch, das ich mir mitgenommen habe. Eigentlich müsste ich es noch gar nicht lesen, aber ich tue es dennoch. Nur ein paar Seiten. Genauergesagt, eine Zeile. Denn ich will die Musik genießen und verschwende von JETZT an keinen Gedanken an Zuhause.

~Tommys Sicht~

Heute ist ein verwirrender Tag. Alle rennen kreuz und quer und sich dabei total über den Haufen. Sie wollen wohl U beim Stylen helfen oder so was. Sogar Papa ist ein bisschen lebhafter als sonst, aber auch nicht sehr. Er sitzt auf der Couch und ich sitze neben ihm und spiele mit Siro. Ich haue ihn so fest ich kann auf die Couch und auf Papas Beine. Vielleicht macht ihn das ja wach. U rennt man meisten rum und knurrt wie ein wilder Hund. Jetzt gerade ist er aus der Haustür raus.
"Leute, fertig? Wir müssen los! Sie gehen in das Café in der Altstadt!", sagt Lumi.
"Oh, wie gut, dass es da so wenig gibt." sagt Srify ironisch und verdreht die Augen.
"Ins Bordeaux sollte es gehen." sagt Papa, der neben mir sitzt unbeteiligt.
"Dann, nichts wie hin. Vielleicht sollten wir uns tarnen! Undercover gehen, sozusagen.", sagt Lumi.
"Und das heißt?", fragt Srify.
"Abschminken und die Perücken aufsetzen, die Shin von der Arbeit mitgebracht hat." sagt Lumi. Srify guckt ihn an als würde er sonst was von ihm verlangen! Aber sie leisten ihm alle Folge und sehen nun so lustig aus, dass ich lachen muss.
"Was machen wir mit Tommy?", fragt Papa. Srify kommt und setzt mir eine Mütze auf den Kopf. Die ist aber doof. Ich ziehe sie wieder ab. Srify setzt sie mir wieder auf. Mist.
Wir gehen hinaus und laufen in die Altstadt. Also ich sitze in meinem Buggy und der Rest läuft und schiebt und so. Dann kommen wir an dem Café an. Es sieht nicht schön aus. Nicht bunt. Man sieht U und Aijo durch die Scheibe.
"Gehen wir nun rein, oder nicht?", fragt Srify ungeduldig.
"Tun wir nicht. Du positionierst dich hinter dem Blumenkasten, ich gehe hinter die Pflanze am Eingang und Shin, du schiebst Tommy ein bisschen die Straße auf und ab. Hier sind ja einige Menschen, es wird bestimmt nicht auffallen, wenn du hier mehrmals vorbei läufst. Zumal ich glaube, dass Kairo eh nur Augen für Yu haben wird." sagt Lumi und dann machen alle das auch.

Silent Scream am 21.10.07 15:22


32.Kapitel - Von unfreiwilligen Dates und Traurigen Shins

~Yus Sicht~

Jetzt haben wir den Übeltäter erfasst. Das heißt, die anderen haben ihn erfasst. Ich sitze noch hier im Bad, habe die Tür sorgfälltig zugeschlossen, aus Angst, Kairo könnte rein kommen. Denn; ich habe sofort an den Schritten gemerkt, dass es Kairo ist. Haltet mich für verrückt, aber ich kann wirklich die Schritte von Kairo von anderen unterscheiden. Und deshalb habe ich mich sicherheitshalber eingeschlossen. Man weiß ja nie. Aber ich kann die anderen sehr gut reden hören.
"Was tun wir jetzt mit ihm?", fragt Strify...
"Verbannung, Verrat, nun wird er sehen, was er davon hat... Verbannung, die Schande, Verrat, Skandahal... Er ist verlogen, eiskalt und brutal.", fängt Kiro plötzlich an zu singen. Ich möchte jetzt nicht wissen, wie die anderen gucken...
"Hass und Neid, Hochverrat, nichts entschuldigt diese Tat lasst ihn gehn, lasst ihn ziehen doch dieses Verbrechen vergessen wir niiiiiee... denn er gehört nicht zu uns, er war niemals ein Teil von uns auch nicht ein Freund von uns! JAGT IHN FORT!Einmal betrog man uns, glaubt ihm ja kein Wort! diese Bestie kennt keine Moral! Und deshalb gehört er niemals zu uns...", singt Kiro weiter. Ich glaube, jetzt hat er eine Meise. Vielleicht sollte ich doch mal ganz vorsichtig aus meinem Versteck kommen. Ich werde mich einfach hinter Luminor verstecken, der ist eh ziemlich groß...
Gedacht, getan. Ich schließe die Tür auf und schleiche mich zu den anderen, die in der Küche stehen.
Alle starren Kiro fassungslos an, so wie ich es mir gedacht habe.
"Was guckt ihr denn alle so? Ich gucke nicht nur Horrorfilme.", verteidigt Kiro sich.
"Ist gut... Wir verstehen dich...", meint Strify einfühlend und tätschelt Kiro den Kopf.
"Hey, da ist ja mein Lieblingsyu.", kreischt Kairo plötzlich auf, der das Gerde von Kiro wohl nicht ganz ernst genommen hat. Ich fühle mich betrogen. Er springt mir um den Hals. Mist, es hat nichts gebracht, mich hinter Lumi zu verstecken. Mist.
"Was machen wir denn nun wirklich?", meint Luminor, der einen Schritt zur Seite gegangen ist, damit er nicht auch noch umgeknuddelt wird.
Ich stehe da, einen rosa-schwarzen Kairo in Armen haltend (na ja, nicht wirklich.), und starre von einem zum anderen. Kiro und Luminor gucken ratlos umher, während Strify plötzlich anfängt zu grinsen. Jetzt fällt mir auch mal auf, dass Shin nicht da ist. Wo ist der Kerl? Egal...
"Ich habe eine geniale Idee.", meint Strify. Ich gucke ihn an.
"Kairo, du hörst auf, unser Essen zu klauen. Im Gegenzug dafür... hast du ein Date mit Yu.", sagt Strify eiskalt. Ich starre ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Das kann er doch jetzt nicht ernst meinen. Ich finde das echt nicht witzig, wenn das ein Joke sein soll.
Kairo quietsch auf.
"Die Idee ist super! So machen wir das!", sagt Kairo. Hey, und wer fragt mich, verdammt noch mal?
Ich will gerade etwas sagen, als Shin in der Küche auftaucht. Er hat seinen Kopf gesenkt und sieht so aus, als habe er geweint. Hey, was ist denn jetzt kaputt. Habe ich irgendwie was nicht mitbekommen? Wenn die anderen jetzt mehr wissen, als ich, fände ich das extrem gemein...
"Was ist denn mit dir los?", fragt Luminor besorgt. Oke, anscheinend weiß doch keiner, was mit Shin los ist. Da bin ich aber besorgt... Ähm... Eigentlich meinte ich beruhigt, aber irgendwie kann ich gerade nicht wirklich denken, denn Kairo hängt mir immer noch um den Hals und ich kann wirklich nicht sagen, dass es unangenehm ist. Mist! Ich kann mich, glaube ich, nicht mehr lange dagegen wehren. Ich bin verknallt, aber so was von. Und das in einen rosa-schwarzes-Plüschdingsdabumsda...
Aber jetzt gibt es wichtigeres, denn Shin gehts nicht gut. Zumindest sieht es sehr danach aus...
Shin setzt sich auf einen der Stühle und scheint uns irgendwie gar nicht so richtig wahr zu nehmen. Was ist bloß mit unserer Schnecke los?

Sasa Shinya am 20.10.07 13:20


31. Kapitel ~Ratte in Verkleidung

~Kiros Sicht~

So. Gerade hat sich Lara verabschiedet. Die macht auf unbestimmte Zeit Urlaub mit einer Freundin, die sie auf der Uni kennen gelernt hat. Sie hat Semesterferien! Und nach den Ferien beginnt ihr letztes Semester mit Prüfung und so und dann kann sie sich einen Job suchen. Und da ihre Eltern so stolz auf sie waren, haben sie mal spontan einen Urlaub für zwei Personen springen lassen. Und da die meisten Beziehungen im Urlaub kaputt gehen, lässt Lara Strify und Tommy einfach Zuhause und verflüchtigt sich in den Süden. Der Sommer hier geht zu Ende. Ob das der Sommer unseres Lebens war?! Ich sollte nicht so viel alleine rumhängen. Aber ich weiß nicht... sie hat gesagt, sie meldet sich... Ach ja, das muss ich ja überhaupt erst noch berichten! Jaah, ich habe eine Freundin! Ich habe sie kennen gelernt, als sie mit ihren Inlinern direkt in mein Kreuz hinein gebrettert ist. Und dann waren wir ein paar Male aus und wir haben uns geküsst. Sie heißt Kira. Und ich könnte den ganzen Tag nur lächeln. 
Übrigens haben wir ein echtes Problem! 
Wir haben ständig einen leeren Kühlschrank. Jeden Morgen! Strify und Luminor sind davon überzeugt, dass es Yu ist, der Frustfressen betreibt. Ich weiß es nicht. Wir stellen Yu jetzt zur Rede. Tommy ist im Bett und der Rest hat ja sonst nichts zu tun. Kira hat auch keine Zeit. Also sind wir alle fünf Zuhause. Und was tun wir, wenn wir alle fünf Zuhause sind? Genau, uns anfeinden! -.- Irgendwie liegt mir dass ja fern, von daher überlasse ich das Wort lieber Strify und Luminor, die so denken. Anscheinend. Ich weiß auch nicht, irgendwie verlieren wir alle den Draht zueinander. Im Moment denke ich echt, wir wohnen hier nur, um ein Dach über den Kopf zu haben.
Nun gehe ich mal ins Wohnzimmer zu dem Rest.
"Yu, wir denken, du isst unsere Sachen auf!"
"Ich???? Wieso denn ich??? Ich hungere genauso wie ihr Außerdem, ernähre ich mich von Lebensmitteln und nicht von Gegenständen!" sagt er aufgebracht. Verständlicherweise ist er sauer. Aber wer soll es sonst sein? Dazu fällt wohl keinem etwas ein.
"Aber wer ist es denn dann?" fragt Shin. Der existiert auch noch, auch, wenn er im Moment sehr viel auf der Arbeit zu tun hat.
"Im Zweifel für den Angeklagten, oder? Ich denke, wir haben ein Rattenproblem??" fragt Yu zurück. Er hat die Arme verschränkt und guckt böse drein. Das Telefon klingelt. Ich stehe auf und ziehe den Stecker. Keine Störungen grad, bitte! Also ruft uns nun jetzt bitte auch nicht an! Denn wir gehen eh nicht ans Telefon.
Nun sitzen wir alle verwirrt im Wohnzimmer und keiner weiß wirklich, was er sie es sagen soll.
"Wir machen heute mal die Nacht durch und dann werden wir die Ratte auf frischer Tat ertappen!" schlage ich vor. Das ist fair. Wenn kein Essen verschwindet, wissen wir, dass es nur Yu sein kann. 
Also legen wir uns auf die Lauer. Und warten in Verstecken. Total dämlich, aber was solls! Luminor liegt auf der Couch, Strify versteckt sich unter dem Küchentisch, über den wir eine Couchdecke gelegt haben, Shin im Flur, Yu im Badezimmer und ich sitze im Küchenschrank unter der Spüle. So harren wir der Dinge, die da kommen. 
Es piepst nichts, es geschieht nichts. Keine Geräusche von sich bewegenden kleinen, vierbeinigen Säugetieren. Doch dann knackt ein Schlüssel im Schloß. Und die Haustür geht auf. Ich bleibe lieber in meinem Versteck. Hier findet mich niemand!
"Dum di dum di dum.." Dieser Mensch pfeift! Was ist das denn bitte für eine Dreistigkeit? Welches männliche Wesen hat unseren Schlüssel. Oh nein. Er ist in der Küche. Und öffnet, öffnet... den Schrank über der Spüle! Dort sind unsere Kekse.
"Oh, das ist fein." murmelt diese Stimme. Todesmutig reiße ich den Schrank auf und stoße gegen ein paar Beine.
"Au!" 
Aha die Stimme kenne ich doch!
 
"Kairo????" 
"Ja, verdammt. Was tust du unter der Spüle?"
"Was tust du mitten in der Nacht in unserer Wohnung? Du wohnst doch bei Lara!"
"Aber: ich habe Hunger!"
Du klaust unser Essen???" fragt Luminor entgeistert. Ich glaube, damit hätte keiner gerechnet!
"Jaah. Bei Lara ist nichts Leckeres zu holen. Und die ist auch nicht da. An ihr Geld komme ich auch nicht ran und euren Schlüssel hab ich ganz schnell kopieren lassen. Euer Essen ist toll! Respekt! Guter Geschmack. Auch wenn euer Style zu Wünschen übrig lässt." Yu ist während der ganzen Zeit nicht aufgetaucht. Auch Shin hockt noch in seiner Ecke und starrt mit trübem Blick vor sich hin. Das kann ich aus dem Augenwinkel erkennen. Doch was machen wir nun mit Kairo? Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich lieber jemand anderem, denn ich kann nicht mehr denken! Es ist viel zu spät! Mitten in der Nacht irgendwann!

Angel In Disguise am 20.10.07 11:33


30. Kapitel - wiedermal eine Zusammenfassung vom Leben in der WG aus Lumis Sicht.

~Luminors Sicht~

Und wieder ist einige Zeit vergangen, die wir nicht erwähnen wollen, weil dort eh nichts wirklich wichtiges passiert ist. Mal abgesehen davon, dass wir irgendwie eine dicke fette Ratte haben, die uns die Haare vom Kopf frisst. Und wir wissen nicht, woher sie kommt und wo sie ihr Zuhause hat. Ansonsten hätten wir sie schon längst erledigen...
Yu geht es im Übrigen auch wieder besser. Was daran liegt, dass Lara mal ein ernstes Wörtchen mit Kairo gesprochen hat. Das war auch ehrlich mal nötig. Nicht, dass ich was gegen Schwule habe, ganz im Gegenteil... Aber Kairo geht uns allen auf den Keks, mal abgesehen von Yu, der irgendwie total verwirrt und unsicher ist, wenn Kairo in der Nähe ist. Verständlicherweise...
Und was ich jetzt wirklich mal erwähnen muss: Tommy kam in den letzten Teilen in dieser Geschichte wirklich zu kurz. Und dabei ist er doch die Hauptperson...
Aber wirklich viel erzählen kann man da auch nicht. Tommy soll nun bald in den Kindergarten kommen. Strify findet das natürlich nicht so besonders gut, weil er sich irgendwie nicht von seinem Kind trennen kann, aber ich habe ihm klar gemacht, dass Tommy den sozialen Kontakt zu anderen kleinen Kindern braucht. Sonst wird er noch so ein verwöhntes kleines Blag, was niemand ausstehen kann.. Oder er wird total schüchtern. Mehr gibt es dazu auch wirklich nicht zu sagen...
Zu Laras und Strifys Beziehnung; da weiß eigentlich keiner so genau, ob sie nun zusammen sind, oder nicht. Ich glaube, selbst Lara und Strify wissen das nicht wirklich. Sie unternehmen halt viel miteinander, und hängen wirklich ziemlich oft zusammen... Aber sonst? Wir wissen es nicht so genau, aber das wird sich wohl in den nächsten Texten von uns aufklären, nehme ich mal an...
Was es noch zu erzählen gibt? Kiro hat eine Freundin. Wir haben sie alle noch nicht gesehen, aber sie scheint wirklich zu exestieren. Denn Kiro ist auch kaum noch Zuhause. Er treibt sich nur noch rum... Ich glaube, dass er demnächst noch auszieht und mit seiner Freundin zusammenzieht. Ich habe überhaupt im Allgemeinen so das Gefühl, dass unsere wunderbare, tolle und einzigartige Chaos-WG allmählich auseinander bricht... Wir machen nur noch selten etwas zusammen. Strify und Lara hängen die ganze Zeit zusammen, Yu hat mit Kairo zu tun, Kiro hat eine Freundin und Shin... Shin arbeitet zur Zeit viel. Ich weiß auch nicht genau, woran es lieg. Shin hüllt sich sowieso zur Zeit in Schweigen. Er hat sicher was vor, aber keiner weiß so genau, was es ist...
Tja... Eigentlich finden wir uns nur noch wirklich richtig zusammen, wenn es um Tommy geht. Er hält das ganze sozusagen noch zusammen... Es ist traurig, aber wahr...
Und eigentlich war es auch zu erwarten. Denn wir bleiben ja nicht für immer und Ewig jung. Irgendwann werden auch wir erwachsen sein, richtig erwachsen, meine ich. Und dann werden wir uns früher oder später doch trennen... Wir werden alle unsere eigenen Wege gehen... Vielleicht treffen wir uns irgendwann wieder, denn man begegnet sich immer zwei mal im Leben, aber dann wird es nicht mehr so sein, wie früher...
Wenn ich so drüber nachdenke, dann ist das wirklich sehr traurig... Also sollte ich nicht mehr darüber nachdenken...
So Leute, es gibt für mich so gut wie nichts mehr zu sagen.... Mehr ist in nicht passiert. Und ich werde nun sehen, ob ich diese fette, miese, fiese Ratte finden kann, die uns die Haare vom Kopf frisst. So kann es nämlich wirklich nicht weiter gehen. Wir werden noch verhungern, wenn uns so eine doofe Ratte alles wegfrisst. Außerdem ist es eine Gefahr für Tommy....
*Luminor ist nun unterwegs in geheimer Mission, bewaffnet mit Mausefalle, Käse und vielen anderen schrecklichen Waffen, um gegen die Ratte anzutreten... Und keiner, wirklich keiner wird ihn aufhalten können... Also schaltet jetzt lieber ab, denn die folgenden Bilder sind nichts für Kinder unter 16 Jahren geeignet... Tja, schade....*

Sasa Shinya am 20.10.07 00:31


29. Kapitel ~

~Strifys Sicht~

"Hi.." beginne ich. Ich weiß nicht wirklich, was ich sagen soll, aber ich dachte mir, es wäre an der Zeit "Yu-Schätzchen", wie Kairo ihn immer nennt, mal aus seinem Kabuff zu locken. Er guckt mich stur und misstrauisch an. Scheint nicht gerade gesprächig zu sein. Und ich bin nicht der Beste für solche Gespräche. Dennoch muss es doch einer tun. Und mir fehlt Yu. Und Kairo geht mir, auf gut Deutsch gesagt, total auf den Sack. Yu hier und Yu da. Vor allem tut er so, als würde er Yu schon jahrelang kennen! 
Wenn Yu wirklich schwul ist, worüber lang und breit und hitzig diskutiert haben, dann ist er der coolste Schwule, den ich kenne.
"Hast du ein bestimmtes Anliegen?" reißt Yu mich aus meinen Gedanken.
"Jaah." sage ich und setze mich auf seinen Schreibtischstuhl, aber so, dass ich mich auf der Stuhllehne abstützen und ihn sehen kann.
"Und das wäre?" Yu tut kalt und unbeteiligt.
"Hören, wie es dir geht." sage ich.
"Hast du sonst nichts anderes zu tun?" fragt Yu. Kalt wie ein Eisklotz. Ich reiße mich mal zusammen und bewahre die Contenance.
"Und wenn, dann wäre es nicht so wichtig, wie ich es wichtig finde, dass jemand mit dir redet." sage ich. Yu schnaubt ärgerlich. Jaah, okay man hätte früher auf die Idee kommen können, bla bla bla. Ich weiß, aber wir wollten ihm [auf Laras Rat hin] Freiraum gehen und sehen, ob er von selbst auf uns zukommt, um uns den Sachverhalt zu erklären, aber hey. Schließlich brummelt er mir auch ohne Aufforderung zu, was geschehen ist. Und guckt wie eine verstörte Gewitterwolke.
"Ihr glaubt mir eh nicht." beendete er seine Geschichte. Na ja. Klingt für mich nach dieser typischen, peinlichen Situation, die so oft in Filmen oder so beschrieben wird. Mir ist so was noch nie passiert. Glaube ich zumindest. Hm. Was sage ich nun, was klug klingt? Und aufbauend, tröstend und so weiter? Ich kann doch so was nicht! Wer hat sich so was nur ausgedacht?!
"Wir glauben dir." Luminor, Shin und Kiro stehen in der Tür, die sie lautlos geöffnet haben. Oder habe ich sie gar nicht erst zu gemacht?! Egal. Meine Rettung! Nett von ihnen. Yu guckt uns alle nur stumm an. Was er wohl denkt? Manchmal fände ich es echt gut, Gedanken lesen zu können. Würde einiges vereinfachen.
"Sollen wir dir Kairo vom Hals schaffen?" fragt Shin teilnahmsvoll.
"Ja. Nein. Ich weiß es nicht." sagt Yu mit geballter Faust. Oje. Anscheinend sind wir doch nicht die richtigen Ansprechpartner. Keiner von uns weiß genau, was er sagen soll.
"Eins ist klar, auch, wenn du schwul bist, werden wir immer hinter dir stehen." Jetzt habe ich laut gedacht. Yu guckt uns immer noch nur stumm an und senkt den Kopf. Jetzt weiß ich nicht mehr weiter...   

KillMeWithYourSmile am 19.10.07 23:47


28. Kapitel - Von Flecken und küssenden Yus

~Yus Sicht~

Oh Nein, Oh Nein... Bitte, bitte, bitte, das darf doch alles nicht wahr sein. Ich sitze hier nun schon seit drei Tagen in meinem Zimmer und habe mich verbarrikadiert. Ich komme nur raus, wenn es wirklich unausweichlich ist. Das heißt; wenn ich zur Arbeit muss, oder wenn meine menschlichen Bedürfnisse sich melden... Zum Beispiel, wenn ich auf Klo muss... Und auch dann gehe ich nur raus, wenn ich keinen von den anderen sehe. Die lachen mich nämlich nur noch aus, wenn sie mich sehen...
Warum das so ist? Ganz einfach... Da war eine wirklich, wirklich peinliche Geschichte... Oke, ich erzähle sie euch sofort, damit ihr nicht wieder das "Ich-bin-so-lieb-und-kann-kein-Wässerchen-trügen"-Blick aufsetzt...
Also.. Das war nämlich so: Kairo, der sowieso irgendwie, genau wie Lara, ständig bei uns ist, war da und... Ach ich weiß auch nicht, wie das genau abgelaufen ist. Der Typ belästigt mich ja praktisch nur noch. Mir ist klar, dass er mehr will, als nur Freundschaft. Aber ich bin mir noch immer nicht sicher, ob ich verliebt bin, oder nicht und... Ich kann doch nicht schwul sein, oder doch? Ich stehe doch auf große, üpige Oberweite. Und er hat definitiv keine Oberweite... eher Unterweite Oo... Ach was weiß ich. Aber zurück zum Geschehen.
Jedenfalls war Kairo da und er war mal wieder in meinem Zimmer. Das ist sein Lieblingplatz. Und was auch schlimm ist: alle wissen, dass Kairo was von mir will und das ist oberpeinlich. Ich will nicht schwul sein. Ich weigere mich einfach vehement dagegen!
Wo war ich? Manno, ich lass mich aber auch jedes Mal ablenken. Also noch mal von vorne: Kairo war da und in meinem Zimmer. Kairo war mal wieder am futtern. Das tut er irgendwie ständig. Ich verstehe nicht, wie er das macht. Er isst, und isst und isst, wird aber trotzdem nicht dicker. Jedenfalls hat er, bestimmt mit Absicht, mir irgendso 'ne Soße über die WEIßE Hose geschüttet. Ich möchte nicht wissen, wie ich da geguckt habe. Ich habe bestimmt wie ein Chamaleon geguckt nur noch dümmer... Und Kairo hat mich blöd angegrinst und gesagt, er würde mir den Fleck sofort wegmachen. Ich wollte mich ja zuerst wehren, aber Kairo hatte schon damit angefangen und hat an mir rumgefummelt... Und mein Herz hat angefangen gaaaaaaaaaaaaaanz schnell zu schlagen. Ich kann wirklich nicht sagen, dass es für mich unangenehm war... Wo das Problem jetzt dabei liegt? Ganz einfach... Bei dem Fleckwegmachen blieb es nicht... Kairo hat irgendwann aufgehört, während ich nur dumm dastand und blöd geguckt habe... Und plötzlich hab ich seine Lippen auf meinen gespürt und eigentlich wollte ich ihn wegschubsen, aber irgendwie, hab ich es nicht getan... Ich habe mich zwar auch nicht gerührt, und den Kuss erwidert, aber ich habe auch nichts dagegen getan, dass Kairo mich geknutscht hat...
"Yu, Yu, du musst kommen, Tomm...", weiter kam Kiro nicht, der in mein Zimmer geplatzt kam. Er hat uns mit riesen Augen angestarrt, während Kairo seine Sachen geschnappt hat, mich angegrinst hat und dann verschwunden ist....
Seitdem gucken mich die Jungs immer so wissend and, obwohl die gar nix wissen. Ich könnte nur noch heulen. Ich fühl mich soooo blöd. Ich will nicht mehr aus meinem Zimmer kommen. Ich habe einen Jungen geküsst.. Na ja, eigentlich hat er mich ja geküsst.. Aber trotzdem. Die wissen doch gar nichts, die Dummköpfe...
Plötzlich klopft es an die Tür.
"NEIN! Ich bin nicht da!", rufe ich, um dem Klopfenden klar zu machen, dass ich jetzt allein gelassen werden.
Aber die Tür geht trotzdem auf. Es ist Strify...
KillMeWithYourSmile am 19.10.07 18:24


27. Kapitel

~Tommys Sicht~

Na, habt ihr meine Stimme vermisst?! Da haben sich die Großen doch tatsächlich viel zu viel eingemischt und mich nicht zu Wort kommen lassen! Unverschämtheit! Und es ist wirklich lustig zur Zeit! Lara ist wieder voll oft hier und jaah... Find ich gut. Simpel. Einfach zu merken. Sriffy ist wieder viel froher und der Rest, dem gehts auch gut. Und die machen alle nur Mist. Ist schon nicht mehr mit anzusehen wie peinlich so große Menschen sein können. Aber ich finde es lustig. Gerade sitzen wir alle am Küchentisch. Ich nicht, ich sitze davor auf dem Boden und haue Butterbrotsdosen gegeneinander. Lala liest ein Buch ohne Bilder (Warum tut sie so was?) und der Rest spielt ein selbstausgedachtes Kartenspiel, wegen dem sie sich ständig in die Wolle bekommen, da jeder nach eigenen Regeln spielt. Dann klingelt es an der Tür. Kiro macht auf.
"Laaaaaaaaraaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!" ruft Iro gedehnt. Diese seufzt, verdreht die Augen und steht auf.
"Kairo?!" fragt sie. Ich nehme einen Topf mit und hocke mich mal rein zufällig neben die Wohnzimmertür. Denn von hier aus habe ich einen viel besseren Blick auf die Haustür und sehe einen mir unbekannten Typen. Der Rest vom Küchentisch ist neugierig aufgestanden und sie stehen nun hinter mir und lünkern um die Ecke.
"Ich habe Oreo gebrutzelt und dabei ist deine Mikrowelle explodiert." sagt der große komische Aijo. 
"Mach doch vor dem Kind keine Witze über Kater in Mikrowellen!" zischt Lara ihm zu. Ach, den hab ich schon verstanden, aber ich finde ihn nicht lustig. Deswegen tue ich so, als hätte ich nichts gehört.
"Ist mein Ernst. Ich wollte gucken, was passiert,wenn ich deine Mikrowelle mit Keksen vollstopfe und sie ist expolodiert!" sagt Aijo, als wäre es ganz normal, anderer Leute Mikrowellen vollzustopfen.
"Du bist jetzt seit drei Wochen in meiner Wohnung..."
"Genau! Und seit drei Wochen bist du ständig hier! Und wer kümmert sich um mich?" fragt er und tut so, als würde er schmollen.
"Heißt das, du spielst das verzweifelte Haustier, weil ich davon ausgehe, dass du dich alleine zu beschäftigen weißt?" fragt Lara und macht ihm klar, dass sie die Frau in ihrer Wohnung ist.
"Nein, würde ich nie tun..." Sein Blick fällt auf Yu in den Hintergrund und er grinst breit. Oh nein, es sieht gefährlich aus. Ich versteck mich schnell hinter Papa und Srrify. Er fängt an zu singen!
"Ich halte die Welt an, die Zeit steht still, Yu ist das Einzige, was ich will... Yu hat den schönsten Arsch der Welt." singt er und zwinkert ihm zu. Lala seufzt und U versteckt sich im Türrahmen zur Küche. 
"Wieso warst du noch gleich mein bester Freund?" fragt sie verzweifelt.
"Weil ich klug, nett, liebenswert bin und du ohne mich echt nicht überleben könntest?" fragt er zurück.
"Hmm.... nein." sagt sie und schüttelt den Kopf.
"Weil ich unglaublich sensibel und feinfühlig bin?" fragt er weiter, mit einem schiefen Grinsen. Lala verzweifelt.
"Was willst du genau?"
"Was zu essen."
"Was zu essen? Ich war gestern erst einkaufen! Such dir einen Job! Kauf dir essen." sagt sie.  
"Eh, du kannst auch hier essen." bietet ihm Papa an.
"Nein, danke. Sorry, aber bei dieser geschmacklosen Einrichtung stellen sich mir ja die Haare zu Berge." sagt Kaijo. Ich finde das unerhört! Wie kann er MEIN Zuhause so beleidigen??? Ich fang an zu schimpfen und wie immer werde ich missinterpretiert und hochgenommen. Freundchen, Freundchen, ich mag dich nicht! Du machst meine Familie verrückt! Genau das sage ich laut, aber mich versteht einfach keiner! Wie schön es doch wäre, wenn man einen Freund hätte, der dich versteht.
"Ich geh dann mal wieder! Ich habe übrigens dein Schlafzimmer mit Fotos von mir tapeziert! Nackt! Tschühüß!" Kaijo geht und Lala macht die Tür zu.
"Es.tut.mir.Leid." sagt sie und kneift die Augen zu.
"Hast du eigentlich weibliche Single-Freundinnen?"
"Weibliche Freundinnen? Hab ich. Und eine männliche Freundin oder auch Terrorhäschen genannt. Wie kann ein Mensch sich bitte so verändern? Im Moment.. kenne ich ihn quasi gar nicht."
Hmm hier beende ich mal meinen Bericht, denn ich bin klein und weiß nicht mehr, was ich sagen soll.
Liebe Grüße!  

SilentScream am 17.10.07 13:52


26. Kapitel - Von Liebe und Oreos

~Luminors Sicht~

Jetzt ist es amtlich: Strify hat Liebeskummer. Es gibt keinen Zweifel mehr daran. Er hat die Jobsuche aufgegeben und hängt nur noch so rum. Und das schon seit Tagen. Ich meine, gut, Yu geht es genau so. Der hängt auch nur noch so rum. Und kein Mensch weiß, warum... Ich gucke mir die Situation genau an... Wer von den beiden braucht wohl mehr Hilfe? Ich entscheide mich für Strify, weil er schließlich eine üble Zeit hinter sich hat. Und er hat ein Kind... Und ist sowieso ziemlich überfordert mit allem. Also nehme ich mir für heute das Ziel, Stirfy zu helfen, koste es was es wolle.
Strify sitzt zur Zeit auf dem Sofa und starrt, wie so oft, Löcher in die Luft...
"Strify, ich muss mit dir reden.", sage ich ernst.
"Mhm...", brummt er.
Ich setze mich neben ihn.
"Was ist los? Was hat dir denn den Zauberstab verknotet?", frage ich.
"Lara.", antwortet Strify, und sieht mich dabei nicht mal an. Oh je... Das wird eine harte Nuss.
"Etwas mehr Informationen, wenn ich bitten dürfte.", sage ich.
Strify schweigt eine Weile... Ich will gerade was sagen, um ihm doch noch etwas aus der Nase zu ziehen, als er doch endlich was sagt: "Sie hatn anderen."
Und dann erzählt er es mir ganz... Die ganze Geschichte. Oh je...
"Oke... ich habe eine Idee. Du kannst doch gut singen. Du wirst jetzt einen Songtext schreiben und ich besorge etwas!", sage ich und springe auf, um die Besorgungen sofort zu erledigen. Strify guckt mich mit großen Augen an, verschwindet dann aber in seinem Zimmer...
Gut so!

~Kairos Sicht~

Nun wohne ich also bei Lara. Hach, ihre Wohnung ist so schön... Alles ist so Pink. Ich liebe Pink... Aber Lara ist nicht wirklich gut gelaunt. Sie zickt die ganze Zeit so vor sich hin, und dabei bin ich doch immer derjenige, der rumzickt. Aber das kann ich mir im Moment bei Lara echt nicht erlauben. Die wird richtig wütend, wenn ich auch nur ein falsches Wort sage. Deshalb lass ich es meistens auch. Denn meine gute Laune stört sie auch immer.... Zumindest zur Zeit.
Ich glaube, sie hat Liebeskummer. Und da sagt sie mir nichts. Tze. Ach ja, die Liebe... Das ist schlimm... Heute habe ich Lara rausgeschmissen. Jawohl! Sie braucht mal wieder etwas frische Luft. Sie sitzt die ganze Zeit in der Wohnung. Und das hat mich gestört.
Jetzt ist sie jedenfalls weg. Und ich lackiere mir die Nägel. Das muss echt mal wieder sein. Sieht ja schlimm aus...
Plötzlich klopft etwas an das Fenster. Wird wohl ein bescheuerter Vogel gewesen sein, der gegen die Scheibe geflogen ist.
Doch dann klopft es noch mal. Pfff.. Was soll das denn? Mein Nagellack ist doch noch gar nicht getrocknet.
Als es ein drittes Mal an die Scheibe klopft, stehe ich doch auf und öffne es.
Draußen vor dem Fenster steht ein blonder Typ, genau der Typ, den ich neulich schon gesehen habe, als ich Lara gefragt habe, ob ich bei ihr einziehen kann.
Er hat eine Katze auf dem Arm und singt... Er singt? Aber ganz sicher nicht für mich, denn ich kenne diesen Typen nicht. Ich glaube, ich sollte ihn aufklären, dass ich nicht Lara bin.
"Hey! Hey, hör auf zu singen. Das solltest du dir lieber für Lara aufheben."
Der Typ hört auf zu singen und guckt mich verdatter an.
"Komm rum, ich mach dir auf.", ruf ich ihm dann noch entgegen und gehe die Tür öffnen.
Als ich die Tür der Wohnung öffne, steht da aber nicht nur ein Typ, mit blonde Haare. Nein, da stehen noch ein paar andere Typen... Und Yu! Wow, jetzt gehts mir gleich hundertmal besser. Wie gesagt: die Liebe...
"Hi..", mehr bringe ich nicht raus. Ich muss scheiße aussehen.
"Habeda, habeda... Was machstn du hier?", fragt Yu aufgebracht. Er hat ganz offensichtlich Angst vor mir...
"Ich wohne hier!"
Der blonde Typ, der gerade gesungen hat, lässt das Kätzchen fallen und packt mich am Kragen.
"Hör mal zu! Du Idiot wirst mir nicht Lara wegnehmen. ich liebe sie nämlich! Und DICH mach ich alle!"
"Äh... Strify... Strify, ich glaube, du verkennst die Situation ganz schön.", meint Yu. Und guckt mich dabei die ganze Zeit an. Die anderen starren mich auch an. Alle starren mich an. Uwäääh. Und das, wo ich so scheiße aussehe.
"Halt dich da raus, Yu, du weißt gar nicht, wie es ist verliebt zu sein.", mault Strify Yu an.
"Ach ja? Falls du es wissen willst, ich bin auch verknallt...", schreit Yu und guckt im selben Moment blöd aus der Wäsche.
"Ups... ähm... Hab ich das grade laut gesagt?", fragt er und guckt alle der Reihe nach an. Wie süß er ist. Alle nicken.
"Sag mir nicht, dass du in Lara verliebt bist. Ich liebe sie!", sagt Strify sauer. In diesem Moment sehe ich, wie Lara die Treppe hochgestapft kommt. Sie hat es gehört....
"Ja, also, jetzt wissen wir es: Alle lieben Lara.", sage ich und kann dabei meine Eifersucht nicht aus der Stimme nehmen.
"WAH?", macht Lara und starrt nun auch alle der Reihe nach an.
"Also... Ich schätze mal, wir sollten dann gehen. Viel Spaß noch.", meint der eine große, schwarzhaarige, und zieht die anderen mit sich, mal abgesehen von Yu und Strify. Strify starrt auf die Katze, die mit seinem Fuß spielt und Yu guckt an die Decke und tut so, als sei er unsichtbar.
"Wie wo was? Wer liebt mich?", fragt Lara verwirrt.
Ich zeige auf Strify und Yu, während Yu nur auf Strify zeigt. Strify nimmt die Katze hoch und streckt sie Lara entgegen.
"Die ist für dich. Also eigentlich der! Es ist ein der und er heißt: Oreo!"
Sehr einfallsreich.
Lara fällt Strify um den Hals...
Toll und wo bleibt mein Happy End?

Sasa Shinya am 16.10.07 21:52


25. Kapitel ~Kairo...

~Laras Sicht~

So. Meine Wohnung, mein Reich. Keine Unordnung -hust-, keine vielen Menschen, Ruuuuhe und Frieden. Seit einigen Wochen wohne ich schon wieder hier und alle sind glücklich damit. Alle, bis auf meine Träume, aber das ist eine andere Geschichte... und ich bin nicht wie Yu. Ich lasse mich nicht bequatschen! Wenn man einen Monat in der Chaos-WG schlechthin verbracht hat, gibt man entweder ständig nach und wird unzufrieden oder man setzt sich durch und lässt sich nicht unterdrücken. Wie gut, dass niemand von ihnen weiß, wo ich wohne. Da es mir grad zu ruhig ist, suche ich meine Lieblings-CD und lege sie in meine riesengroße Stereoanlage. Die rauhe Stimme von Austin Winkler macht mich zwar nicht ruhiger aber man kann zu Get Stoned wunderbar seinen Frust wegtanzen. Und das tue ich auch. Mitten im Wohnzimmer. Und Pancakes, mein Hase, den ich mir aus lauter Einsamke... Tierliebe angeschafft habe, wohnt nun vorsichtshalber im Flur. Ich glaube, Hasenohren sind empfindlich. Also bewege ich mich so durchs Wohnzimmer und rocke ab. Ich meine, wer wird es mir verübeln? Nicht, dass ich die sechs irgendwie vermissen würde, nein, ich sehe sie als mein erster Job als Psychologin. Mediation (Streitschlichtung) geglückt, alle glücklich und froh, Psychologin auch glücklich und froh. Und die waren für eine länger haltende Freundschaft nicht ganz das Wahre. Vermutlich wäre ich irgendwann selbst verrückt geworden. Plötzlich packt mir jemand von hinten auf die Schultern. Ich schreie auf und drehe mich um. Kairo steht hinter mir. Kairo?! Den habe ich schon seit meinem Umzug von meinen Eltern nicht mehr gesehen! Schnell renne ich zu meiner Anlage und stelle die Musik aus.
"Kairo! Was... was führt dich hierher?" frage ich ihn und finde es nicht mal schlimm, dass ich nur ein Top und eine Jogginghose trage. Kairo kenne ich seitdem ich sieben Jahre alt war. Da war er neun und hat zwei Jungs verhauen, die mich geärgert haben. Mein Kairo! Ach, wie ich ihn liebe! Nur rein platonisch, denn mein Schatz ist schwul. Und ich war die Erste, die davon erfahren hat.
"Ich dachte mir, ich schaue mal nach dir!" sagt er und setzt sich einfach auf meinen Sessel.
"Willst du was essen? Trinken? Irgendwas?" frage ich, ganz die nette Gastgeberin.
"Trinken wäre fein. Hast du ein Bier?"
"Seit wann trinkst du Bier?" frage ich. Soweit ich mich erinnere, meinte er immer, Bier wäre ein Hetengesöff.
"Nun, ich muss bald jemanden bekehren. Dazu muss ich mich bestimmt an den Geschmack von dem Zeugs gewöhnen." sagt er und lehnt sich genüsslich zurück. Also hole ich uns zwei Köpis und nehme Pancakes mit hinein ins Wohnzimmer zurück.
"Nette Bude, Larali, meinst du, ich kann hier wohnen?" fragt er. Ich durchschaue ihn sofort.
"Was hast du vor?"
"I want YU!" sagt er und trinkt verträumt einen Schluck aus der Flasche.
"Verarsch mich nicht!" Leider kann man in der wörtlichen Rede nicht sehen, wie man etwas schreibt, von daher habe ich keine Ahnung, was er meint und fühle mich angesprochen. Er grinst mich an. Sein breites Grinsen. Er führt was im Schilde.
"Laralileinchen, Laralileinchen." sagt er und schüttelt gespielt missbilligend den Kopf. Ich gucke ihn schief an.
"Was denn?" fragte ich irritiert und trinke einen Schluck von dem Bier auf Ex.
"Du bist zwar für eine Frau relativ attraktiv aber nicht attraktiv genug, um mich zu bekehren. Aber ich.. Yu... ich liebe ihn, Lara. Verstehst du das?"
"Ja. NEIN! Sagtest du YU????" Oh nein. Oh nein. Oh nein. Das kann nicht wahr sein.
"Jaah. Er war mit einem Sohn unterwegs und er meinte, der gehöre seinem Freund. Aber nicht so ein Freund sondern so, wie wir Freunde sind."
Ich kann nicht anders. Ich lache laut los. Und krieg mich nicht mehr ein.
"Was ist denn daran so lustig?" fragt Kairo und schmollt.
"Tut mir Leid, aber YU??? Schwul??? Ich glaube nicht." sage ich, wieder gefasst und hole Pancakes aus ihrem Käfig und setze sie auf meinen Schoß. Wäre sie männlich, hätte ich sie Oreo genannt. Aber egal.
"Warum nicht?" fragt Kairo. Genauso motiviert, wie er vorhin wirkte, genauso traurig wirkt er jetzt.
"Er liebt es Mädchen auszuchecken, weißt du? So habe ich ihn quasi auch kennen gelernt. Er hat die hohlste Nuss der ganzen Uni ausgecheckt, du weißt schon, eine der Marke 'Die Welt stürzt ein, mein Fingernagel ist abgebrochen' und dann ist der Kinderwagen weggerollt und ich hab den Kleinen gerettet."
Jetzt lacht Kairo los.
"Und du nennst dich Psychologin?" fragt er, als er sich halbwegs beruhigt hat. Hä? Ich verstehe nichts mehr.
"Das ist eine Masche. Er versteckt vor allen und vermutlich noch vor sich selbst, dass er tief in seinem Inneren schwul ist! Oder warum wohnt er sonst noch mit einem Freund und einem Baby zusammen? Doch wohl deswegen!"
Ich seufze.
"Es sind vier Freunde, Yu und ein Baby!" sage ich.
"Im Ernst? Du kennst sie???" Wenn Kairo mich vorher nicht schon gemocht hatte, dann aber auf jeden Fall in diesem Augenblick. Er schaut mich an, als hätte ich ihm verkündet, dass er zu Weihnachten mindestens einen Ferrari bekommt. Sein Strahlen ist unbezahlbar. Was tu ich nicht alles für einen Freund?! In dem Moment klingelt es. Ich geh nicht. Kann nur jemand sein, den ich nicht sehen will.
"Willst du nicht aufmachen?!"
"Nein. Entweder ist es die hohle Nuss oder sonst jemand, den ich nicht sehen will." sage ich achselzuckend und trinke mein Bier aus und setze Pancakes auf den Boden.
"Ehm..." fängt Kairo entschuldigend an. Da knackt auch schon der Schlüssel im Schloss. Ich gucke ihn wütend an.
"Ja, also ich habe deinen Zweitschlüssel gefunden und ihn wohl nicht wieder unter die Fußmatte zurück gelegt." sagt er entschuldigend. ARGH! Wütend stürze ich mich auf ihn und fange an, ihn ordentlich zu verhauen. Altes Überbleibsel aus Kindertagen. Als ich dann mal aufsehe, sehe ich noch, wie Strify sich umdreht und die Wohnung verlässt. Mit einem wohl ziemlich "intelligenten" Gesichtsausdruck schubst mich Kairo von sich runter und auf den Boden. Ich fahre mir mit der Hand durch die Haare und weiß nicht weiter.
"Wer war denn das?" fragt Kairo sofort neugierig.
"Lange Geschichte." sage ich kurz angebunden und suche nach Pancakes. Na toll, der Hase ist weg! Ich will meinen Hasen!!!!!! Also rase ich meinem Tier hinterher ins Treppenhaus. Doch dort ist weder Strify noch Hase noch sonst was Weißes bzw. Blondes oder ähnliches zu sehen. Gefrustet setze ich mich auf die Treppe.
"Kindchen, ist alles okay?" fragt meine Nachbarin, eine liebenswerte alte Dame, der ich dann und wann schon mal beim Einkaufen geholfen habe.
"Sicher. Ich habe nur gerade alles verloren, was mir was bedeutet hat." sage ich, stehe wieder auf und gehe in Richtung Türrahmen.
"Also, was ist, Lieblingslara? Zimmer? Ja, oder nein? Ich will auch nur erst mal drei Monate hier bleiben. Und wenn er sich dann nicht überzeugen lässt, dann gehe ich!" sagt Kairo und grinst.
"Mach, was du willst." sage ich und gehe an ihm vorbei in mein Zimmer, während er seine Sachen aus dem Auto holt und sich häuslich einrichtet.

SilentScream am 16.10.07 20:23


24. Kapitel

~Yus Sicht~

Lumi ist wieder daha. Ich freue mich. Doch, ich freue mich wirklich. Und keiner ist mehr sauer auf den anderen. Das haben wir alles Lara zu verdanken. Die ist übrigens nicht mehr da. Sie ist ausgezogen, hat aber vorher noch die Wand wieder weiß gestirchen, weil Luminor nicht so auf rosa steht... Ich finds nicht so toll, dass Lara nicht mehr da ist. Nur, weil Lara jetzt nicht mehr da ist, geht es Strify total scheiße. Er vermisst sie. Er hat Gefühle für sie entwickelt, ich weiß es! Aber er würde das natürlich niemals zugeben. Aber wir kennen Strify ja alle gut genug. Er kann uns nichts mehr vormachen...
Aber ich werde ihm nicht helfen. Denn ich habe selber genug Probleme... Na gut, es ist nur eins, im Prinzip, aber das ist sehr schwerwiegend. So schwerwiegend, dass ich es nicht mal Luminor erzählen kann, dem ich doch sonst auch immer alles erzähle, wenn ich ein Problem habe... Aber ich kann nicht, ich kann es unmöglich irgendwem erzählen. Auf gar keinen Fall... Ich werde es auch euch nicht sagen, nicht mal wenn ihr mich ganz lieb darum bittet. Da müsste ich ja verrückt sein. Jetzt guckt doch nicht so. Ich will nicht, dass ihr mich so anguckt. Nein, aus, pfui. Aufhören...
Oke... Ich gebe mich geschlagen, ich erzähle es euch, aber wenn ihr am Ende lacht, werde ich sehr, sehr, sehr wütend.
Also oke? Wo fange ich an? Genau. Es war an einem schönen Tag, als ich mit Tommy wieder unterwegs war. Strify erlaubt mir das mittlerweile wieder... Jedenfalls bin ich so durch die Gegend gelaufen. Ich habe mich diesmal auch auf Tommy konzentriert, und nicht auf irgendwelche Weiber. Das macht auch so viel Spaß, weil Tommy sich freut, wenn man schneller fährt. Ich habe sozusagen ein Rennen veranstalltet... Und Tommy hat das sehr gefallen....
Und dann... Ich weiß gar nicht mehr genau, wie das kam... Ich glaube, ich habe Tommy was zu essen gegeben. Genau. Strify achtet sehr darauf, dass der Kleine genügend isst und hätte ich vergessen ihm etwas zu Essen zu geben... Nee, das will ich mir gar nicht ausmalen, was dann passiert wäre.
Auf jedenfall saß ich mit Tommy auf dem Arm auf einer Parkbank, während Tommy eine trockne Semmel gefuttert hat. Und ich? Ich habe auch eine Semmel gefuttert und die Vögel zusetzlich gefüttert... Und dann... dann... kam so ein Junge vorbei und hat sich neben mich gesetzt. Ich habe ihn gar nicht beachtet... Ich war ja auch mit Tommy beschäftigt, da ist das ja wohl verständlich. Der Kleine hat nämlich die ganze Zeit an meinen Haaren rumgefummelt und gezogen, während er nebenbei seine Semmel futterte. Ich musste Tommy ganz lieb darauf hinweisen, dass meine Haare kein Spielzeug ist, und dass es mir weh tut, wenn er daran zieht.
Aber das half nicht wirklich...
"Hör jetzt auf damit, du kleines, nervendes Etwas.", habe ich zu Tommy gesagt. Der hat mich darauf nur blöd angegrinst. Kein Wunder, der versteht mich ja noch nicht richtig.
"Hey, ist das deiner?", hat mich der Junge, den ich erst in diesem Moment wirklich bemerkt habe, gefragt. Ich habe ihn angestarrt. Ich glaube, ich sah dabei sehr witzig aus...
"Ähm... Nee, eigentlich nicht.", habe ich gesagt, weil das ja der Wahrheit ensptricht....
"Wem gehört der Kleine dann?", fragte der Typ weiter. Er sah ziemlich verrückt aus... Ich kann ihn nicht mal beschreiben - ob es den Leuten, die mich so auf der Straße sehen, auch so geht?
"Ähm... Meinem Freund.", sagte ich, blödsinnigerweise. Ich habe nicht wirklich über das, was ich sagte, nachgedacht...
"Du... bist schwul?", hat er weitergefragt und nun war ich wirklich... verwirrt...
Ich konnte einfach nicht darauf antworten.
"U... Uuuuuhuuuu...", schimpfte Tommy, weil ich ihm nicht genügend Aufmerksamkeit zukommen lies. Und er hat mir wieder an den Haaren gezogen.
"Wie heißt du?", fragte der Junge weiter, ohne auf die Antwort auf seine vorher gefragte Frage zu warten.
Ich habe ihm verraten, wie ich heiße und er verriet mir seinen Namen: "Kairo."
Jap, er heißt wie die Hauptstadt von Ägypthen...
So haben wir eine Weile geredet. Besser gesagt, er hat geredet, und ich hörte zu...
Jetzt fragt ihr euch sicher, was will der uns sagen? Tja... Das kann ich euch verraten: Ich habe Keiro zwei mal nun schon getroffen.... Und seitdem geht dieser Typ mir nicht mehr aus dem Kopf... Es ist unglaublich... Bin ich nun... Ach unsinn, ich darf darüber gar nicht nachdenken... Das ist quatsch!!! Vergesst, was ich hier geschrieben habe... Ich geb das Wort wieder an die Anderen. Die haben wichtigere Dinge zu schreiben...
MissIndependent am 15.10.07 18:41


23. Kapitel 3 verschiedene Sichten an einem Abend! wuuucher!

~Strifys Sicht~

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Dieser Tag macht mich fertig! Im Ernst: Erst kommt Luminor unerwartet wieder, dann verschwindet Tommy, Shin scheuert mir eine! Ich meine... Shin und schockt mich damit noch mal... Wenn ich heute keinen Herzinfarkt erleide, erleide ich wohl niemals einen.
"Danke, Luminor." sage ich ein wenig distanziert. Am liebsten würde ich ihm um den Hals fallen und ihn küssen. Aber angesichts der eher angespannten Situation verkneife ich mir das. Er nickt nur und geht auf die Suche nach seinen Sachen. Wo haben wir die eigentlich hingetan? Und wo ist überhaupt der Rest von meinem Trupp? Ich glaube, die habe ich unterwegs irgendwo verloren. Ist nur die Frage: Wo genau? Ach, die finden schon nach Hause. Viel wichtiger ist: was machen wir mit Luminor?! Schmeißen wir Lara wieder raus? Nein, da wär ich persönlich ja total gegen. Ich steh übrigens immer noch im Flur und habe keine Ahnung, was ich tun soll. Luminor hat seine Sachen gefunden. Die haben wir in den Abstellraum gestellt. Er hat seine große Reisetasche über die Schulter gehängt und hält sie mit der linken Hand fest. Noch ein Blick und er geht, bevor ich den Mund aufmachen konnte. Ach, verdammt. Der arme Kerl ist in meiner Gedankenwelt vollkommen untergegangen. Aber woher sollten wir wissen, dass er zurück kommt? Und dann war da Lara und nun... bin ich vollends verwirrt, da ich nicht weiß, was ich genau will und nichts ist und ach...  Und nun ist er schon die Treppe runter gegangen. Da er die Wohnungstür offen gelassen hat, kann ich hören, wie die Haustür zufällt. Zum letzten Mal? Ich hoffe doch nicht. Ich bin ein Idiot. Ganz im Ernst. Aus lauter Wut und Frustration trete ich erst mal gegen den Schrank, der im Flur steht. Dann rufe ich erst mal auf Kiros und Shins Handys an, um zu sagen, dass Tommy wieder wohlbehalten zurück ist.

~Laras Sicht~

Soweit, so gut. Tommy ist wieder da und ich drehe erst mal ein paar Runden allein. Es war für alle ein harter Tag. Und dass mir keiner was von Luminor gesagt hat, finde ich immer noch... dreist und unfair ihm gegenüber, aber das habe ich ihnen auch gesagt, bevor ich abgerauscht bin. Es war von Anfang an nicht richtig, einzuziehen. Klar, die Jungs sind die Besten und es ist meistens lustig und es war echt cool, ihnen helfen zu können, aber ich denke, sie können von nun an ohne mich klar kommen. Wichtig ist, dass Luminor bei ihnen bleibt. Und dann ist kein Platz mehr für mich. Zum Glück habe ich noch meine Wohnung. Da meine Eltern gut verdienen und ich viel gespart habe, konnte ich sie mir noch leisten. Plötzlich sehe ich etwa 10 Meter vor mir eine Gestalt laufen und es ist... Luminor. Wo will er denn hin? Geht er schon wieder?! Nein, nein, nein!!! Das darf nicht sein. Also renne ich los, überhole ihn und versperre ihm den Weg. Er guckt mich aus misstrauischen und traurigen Augen an.
"Hey..." sage ich unsicher. Immerhin bin ich bestimmt sein Störfakter Nummer Eins.
Er guckt mich immer noch stumm an, geht aber nicht weiter.
"Es tut mir Leid, und es mag jetzt total gemein klingen, aber ich wusste nicht mal, dass es dein Zimmer war. Aber ich werde gehen. Ich kann woanders wohnen, weißt du? Du gehörst zu ihnen, ihr seid schon seit Ewigkeiten befreundet und... das kann ich nie im Leben einholen, geschweige denn, dass ich mich jetzt noch bemühen würde und ... ich finde, du musst zurück. Sie brauchen dich. Als ich aufgetaucht bin, herrschte das reine Chaos in der WG. Und ich traue dir durchaus zu, dass du meine Aufgabe übernehmen kannst. Und das Zimmer streiche ich dir höchstpersönlich neu."
"Nein, lass gut sein. Ich weiß, wann es Zeit ist, aufzugeben. Ich finde meine Weg. Bestell einen Gruß oder so was." sagt er ruhig.
"Aber... aber... nein! So geht das nicht. Bitte. Ich flehe dich an! Erklär mich vielleicht für verrückt, aber ich wusste, dass irgendwas in dieser WG fehlt, kaum, dass ich zur Tür reingekommen bin. Und glaub mir, da war ich relativ angeheitert, aber das ist eine andere Geschichte. Gib ihnen eine Chance! Man kann für alles eine Lösung finden. Mit ein bisschen gutem Willen." sage ich mit einem Lächeln. Ich weiß, dass es ihnen allen viel bedeuten würde, wenn Luminor bleibt. Woher, weiß ich zwar nicht, aber ich habe meine Antennen für so was. Weibliche Intuition. Yu behauptete neulich, er habe auch weibliche Intuition. Aber das gehört auch nicht hierher. 
"Und wieso sagen sie mir das nicht selbst?" fragt Luminor nun und reißt mich aus meinen Gedanken.
"Weil sie Angst haben. Sie haben dich verletzt und nun wissen sie nicht, wie sie mit dir umgehen sollen. Zumal ich da bin. Aber ich wollte nie deinen Platz einnehmen. Dies würde ich auch nie versuchen, weil ich weiß, dass das fürchterlich misslingen würde. Einen Freund kann niemand ersetzen. Wenn er weg ist, bleibt eine Lücke im Herzen. Nur, die Menschen versuchen es zu verdrängen und manchmal kommt es wieder hoch und dann werden sie, wie soll ich sagen? In dem Fall der Chaostruppe da oben wohl noch verrückter als ohnehin schon." sage ich ernst. Luminor gelingt ein schiefes Grinsen.
"Gib ihnen eine Chance. Bitte. Ich bitte dich nicht nur für sie, sondern auch für dich. Du wärst nicht so geknickt, wenn sie dir nichts mehr bedeuten würden, verstehst du? Und nun: geh! Bitte. Aber nicht Richtung U-Bahn-Haltestelle, sondern Richtung Zuhause. Und sag ihnen, sie sollen mich anrufen, damit ich meine Sachen holen und das Zimmer streichen kann." sage ich. Und wider Erwarten dreht sich Luminor tatsächlich um und geht zurück. Ich drücke ihm die Daumen und hoffe inständig, dass der Rest vielleicht ein bisschen von mir gelernt hat und ihn mit offenen Armen wieder aufnimmt.

~Kiros Sicht~

Geknickt sitzen wir vier auf der Couch. Als wir Heim kamen, saß Strify schon hier und starrte Löcher in die Luft. Nun sitzen wir hier zu viert, seitdem er berichtet hat, was geschehen ist. Auf dem Tisch liegt eine von Yu hingelegte Oreo-Keks-Schachtel, die unberührt ist. Das ist unsere Notfall-Schachtel, für den Fall der Fälle, dass wir alle ganz dringend Schokolade brauchen, doch niemand hat sie angerührt. Das muss was heißen.
"Ich will Luminor zurück!!!" sage ich plötzlich. Es ist mir so herausgerutscht, aber es ist wahr.
"Wie wahr, wie wahr." pflichtet Yu mir nickend bei. Der Rest nickt auch, immer noch vor sich hin starrend.
"Was meint ihr, wo er hingeht?" fragt Strify und blickt in die Runde.
"Vielleicht dahin, wo er vorher war? Vielleicht war er dort glücklich...er. Ohne uns. Vielleicht wollte er uns eine Chance geben und wir haben es vermasselt!!! Wir waren aber auch ganz schön bescheuert." sagt Yu erneut.
"Ich habe ihn vermisst." sagt Shin plötzlich.
"Ich glaube, das haben wir alle. Aber die Ereignisse haben es uns einfach.. vergessen lassen?!" erwidere ich. Und ich fühle mich furchtbar. Ich glaube, wer uns als Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Wir machen jeden mehr fertig als jeder Feind es je könnte. Je mehr ich darüber nachdenke, desto grausamer und schlimmer fühle ich mich.
"Ich vermisse seine Ruhe. Die fehlt hier ab und zu wirklich." sagt Strify.
"Oh ja und er kann am besten von uns kochen." fügt Yu hinzu.
"Und man kann gut mit ihm reden, wenn man ein Problem hat. Ich glaube, er war von unseren Kleinkriegen schlichtweg überfordert. Aber das wäre wohl jeder. Zumal, wenn es deine engsten Freunde sind, mit denen du zusammen lebst." ergänzt Shin. Wir nicken alle und schweigen weiter. Wäre Luminor nicht betroffen und weg, wäre er derjenige, der uns jetzt zu einer Handlung motivieren würde. Oder des Lärschen. Aber die ist auch weg. Hat sich einfach verabschiedet und meinte, sie käme später zurück. Jaah zu ihr waren wir auch nicht gerade sehr fair. Ach, wir sind vier Chaoten. Von einem Impuls gepackt, schnappe ich mir die Keksschachtel und haue damit jedem Einzelnen auf den Kopf.
"Autsch!" "Manno." "Ey!" Dann fühle ich mich ein bisschen besser.
"Ich will Luminor nicht mehr vermissen müssen. Er ist der beste Luminor der Welt." sagt Yu. Wird das hier eigentlich eine Lobeshymne? Wollen wir so Luminor zurück bekommen, in dem wir einfach über ihn reden? Ihn so quasi herbeibeschwören?!
Plötzlich fängt Shin, der mit dem Gesicht zur Wohnzimmertür sitzt, an zu grinsen.
"Luminor!" sagt er erfreut.
Können wir jetzt auch noch zaubern?! Das war eine andere Geschichte, das gehört nicht hierher! Wieso haben wir die Haustür nicht gehört? Wann ist er gekommen? Hat er alles gehört?
Wir drehen uns auch alle um und strahlen ihn an.
"Es tut gut, dich wieder zu sehen." sagt Yu und er meint es ehrlich. Luminor guckt noch ein wenig unbeholfen.
Dann steht Yu als Erster auf und umarmt ihn, während er ihm kumpelhaft auf die Schulter klopft. Dann kommen wir auch. Doch nun müssten wir klären, wer jetzt wo wohnt und wieso und warum. Und, ob Luminor nun überhaupt bleiben möchte. Und wir müssen uns unbedingt eine Wiedergutmachung überlegen. 

KillMeWithYourSmile am 13.10.07 16:15


22. Kapitel - Schlagende Shins und traurige Lumis

~Shins Sicht~

"Leute, so wird das doch nichts. Wir zicken uns schon wieder nur an.", sage ich, als die Diskussion mal wieder zu eskalieren scheint. Luminor ist total sauer und ich kann ihn voll und ganz verstehen. Keiner von uns hat daran gedacht, dass Luminor vielleicht mal zurück kommt. Keiner von uns hat damit gerechnet. Und: Keiner von uns hat wirklich versucht, Luminor zu erreichen, zu versuchen, ihn ausfindig zu machen, keiner hat sich wirklich Sorgen um ihn gemacht. Ich schätze, wenn wir das mit mir gemacht hätten, wäre ich auch ganz schön enttäuscht von uns.
Luminor steht mit verschränkten Armen vor uns und guckt nach oben. Er ist ziemlich verletzt. Das merkt man ihm zwar nicht gleich an, aber wenn man ihn kennt, weiß man, das es so ist...
"Und was machen wir jetzt?", fragt Yu schuldbewusst. Dabei trägt er von uns allen wohl die wenigste Schuld, weil er von Anfang an dagegen war, dass Lara bei uns einzieht. Nicht, weil er sie nicht mag, sondern, weil er als einziger von uns an Luminor gedacht hat. Er meinte, es sei irgendwie echt scheiße von uns, dass wir Luminors Zimmer einfach so neu besiedeln, wo wir doch gar nicht wissen, was los ist. Er hat zwar auch nie Anstalten gemacht, nach Luminor zu suchen, aber immerhin hat er oberflächlich an ihn gedacht. Wenigstens einer von uns.
"Was ihr macht, weiß ich nicht, aber ich werde jetzt gehen!", sagt Luminor und ehe ihn jemand aufhalten kann, ist er auch schon die Treppen runter gegangen. Wir stehen alle im Flur rum und starren ihm nach...
"Ich... geh mal nach Tommy sehen.", flüstere ich und quetsche mich an den Anderen vorbei. Dann gehe ich in Tommys Zimmer, wo ich den Kleinen vermute, aber da ist er nicht. Im Wohnzimmer ist er auch nicht und in der Küche auch nicht. Ich suche in Yus und meinem Zimmer, bei Lara / Luminor, und auch in Strifys Zimmer. Auch in Kiros Zimmer ist er nicht. Und als ich letztendlich das Bad in Angriff nehme, ist mir schon klar, dass Tommy nicht mehr hier ist. Er ist verschwunden. Ich schlucke. Das ist absolut nicht unser Tag...
Ich renne zurück in den Flur, wo die anderen drei noch betreten stehen und auf den Boden starren.
"Leute, wir haben ein Problem.", sage ich panisch.
"Toll, Shin. Das wissen wir auch.", faucht Strify mich an. Ich gucke ihn mit großen Augen an. Er steht da, sieht mich wütend an und hat ebenfalls, wie gerade Luminor, seine Arme vor der Brust verschränkt.
"Woher weißt du denn jetzt, dass Tommy weg ist?", frage ich verwirrt. Strify lässt seine Arme sinken und sieht mich nun auch mit großen Augen an.
"Was heißt hier bitte, Tommy ist weg?", fragt er, ebenso panisch.
"Er ist nicht da. Er ist... verschwunden. Nirgendwo in der Wohnung.", sage ich. Strify rennt an mir vorbei, schubst mich dabei um, so dass ich in den Armen von Yu lande.
"DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!", schreit Strify aus der Wohnung, als er festellen muss, dass ich Recht habe.
"Wir müssen ihn sofort suchen.", sagt er, als er wieder in den Flur gehastet kommt. Er schnappt sich seine Schuhe, seine Jacke und wartet nicht mal mehr auf uns.
Wir hasten ihm hinterher. So kann das ja mal gar nichts werden...
"Strify, Strify, bleib sofort stehen.", sage ich bestimmt, aber Strify bleibt einfach nicht stehen. Da muss ich wohl zu häteren Mitteln greifen. Ich renne ihm hinterher, während die anderen beiden nicht so recht zu wissen scheinen, was sie nun tun sollen.
Als ich bei Strify ankomme, was gar nicht so leicht ist, weil er eben schneller ist als ich, packe ich ihn an der Schulter und drehe ihn aprupt zu mir um. Er sieht mich aus wütenden Augen an.
"Lass mich, ich muss Tommy suchen.", sagt er sauer.
Bevor ich selber registriere, was ich da eigentlich tue, habe ich Strify eine geklatscht. Nun ist er verwirrt, genau wie ich. Ich bin nämlich nicht wirklich der Typ dafür, Gewalt anzuwenden, aber in diesem Fall war es einfach notwendig!
"Strify, wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren.", sage ich, so ruhig, wie ich nur kann.
"Wir müssen uns aufteilen und strategisch arbeiten, dann finden wir Tommy viel schneller. Und ich schlage vor, dass wir auch Lara anrufen. Sie kann uns helfen."
Strify sieht mich mit großen Augen an, dann senkt er den Blick, um nicht zeigen zu müssen, dass er kurz davor ist, los zu heulen... Am besten wäre es, wenn Strify hier bleiben würde, weil er im Moment emotional einfach zu aufgedreht ist, aber ich weiß, dass er das nicht tun wird...
"Okay, hör zu! Du gehst jetzt mit Yu los und suchst die Altstadt ab. Und ich rufe derweil Lara an und mache mich mit Kiro auf die Socken und suche im Südteil der Stadt. Wir bleiben über Handy in Kontakt.", sage ich. Kiro und Yu sind mitlerweile bei uns angekommen, und haben alles mit gehört. Sie stimmen zu. Gesagt, getan. Wir machen uns auf die Suche...

~Luminors Sicht~

Ich bin echt enttäuscht von meinen Freunden. Und ich dachte, sie würden mich wenigstens ein ganz klein wenig mögen. Habe ich wohl falsch gedacht...
Ich laufe durch die Straßen unserer Stadt, ohne wirklich zu wissen, wo ich hinlaufe. Das habe ich früher auch schon oft getan, wenn ich Streit mit meinem Vater hatte...
Ich weiß nicht, wie lange ich so umher wandere. Irgendwann sollte ich auch zurück in die Wg. Immerhin habe ich dort meine Sachen gelassen. Aber eigentlich habe ich wirklich keine Lust darauf. Ich könnte zu Elena gehen. Mit ihr führe ich meinen ziemlich gut laufenden Laden. Sie hat sicher nichts dagegen, wenn ich für ein paar Tage bei ihr bleibe... Sie war auch die Einzige, die wusste, wo ich bin! Sie ist quasi meine Seelenverwandte, der ich alles erzählen würde... Aber aus irgendeinem Grund habe ich keine Lust, zu ihr zu gehen.
Müde und erschöpft setze ich mich auf eine Bank. Es ist nicht gerade schön hier; sieht aus, wie auf einer Müllhalde. Die Mülltonnen sind umgekippt und es riecht ziemlich unangenehm. Ich gucke so umher... Und erblicke etwas, das garantiert nicht hier her gehört. Ich bekomme Gänsehaut, weil es einfach nur schrecklich aussieht.
Ohne zu zögern, bücke ich mich nach dem Bündel, das auf dem Boden liegt, und hebe es auf. Ich kann nicht glauben, dass Tommy hier in diesem Müll liegt. Als ich ihn hoch hebe, öffnet er die Augen und sieht mich groß an. Dann schlingt er seine kleinen Arme um meinen Hals und fängt an zu weinen. Er zittert am ganzen Körper und scheint ziemlich fertig mit der Welt zu sein - genau so, wie ich mich jetzt fühle...
Ich überlege kurz, was ich nun tue. Für einen Moment habe ich die Idee, doch zu Elena zu gehen und den anderen nicht zu sagen, wo Tommy ist, nur, um mich zu rächen. Aber so gemein bin ich dann doch nicht...
Ich werde einfach zurück zur WG gehen und Tommy bei ihnen abliefern, im gleichen Atemzug meine Sachen holen und dann zu Elena gehen. Das ist eine gute Idee... Ich würde sie ja auch anrufen, aber erstens will ich sie noch etwas zappeln lassen und zweitens habe ich mein Handy gar nicht dabei. Das ist in meiner Tasche, die ja in der WG steht. Konnte ja nicht ahnen, dass ich es brauchen werde...
Den ganzen Weg zur WG muss ich Tommy beruhigen. Er weint immer noch und klammert sich an mir fest. Er muss große Angst gehabt haben. Der arme Kleine. Warum hat auch niemand auf ihn aufgepasst? Jetzt komme ich mir irgendwie schuldig vor. Immerhin haben wir diskutiert.. und in dieser Zeit muss Tommy abgehaun sein... Also ist es irgendwie... auch meine Schuld...
Endlich komme ich an, schließe die Tür auf, denn meinen Schlüssel habe ich Gott sei Dank dabei... Als ich in die Wohnung komme, ist keiner da. Sie werden alle nach Tommy suchen. Zuerst denke ich, ich sollte sie anrufen, aber dann erscheint es mir doch wichtiger, mich erst mal um Tommy zu kümmern. Er ist ganz kalt. Ein Bad wirkt Wunder. Ich lasse sofort warmes Wasser ein, erinnere mich dann aber daran, dass es weh tut, wenn man lange Zeit draußen war, und dann sofort in warmes Wasser geht. Also muss ich Tommy erst mal daran gewöhnen.
Der Kleine ist immer noch ziemlich durch den Wind, aber er weint wenigstens nicht mehr, was wohl daran liegt, dass er sieht, wo wir sind.
Während ich Tommy bade, rede ich die ganze Zeit mit ihm. Er beruhigt sich so langsam. Er plappert nun sogar wieder munter mit mir und spielt mit der Quietscheente von Yu! Als Tommy sie essen will, greife ich dann aber doch ein.
Nachdem ich Tommy so weit wieder warm bekommen habe, hole ich ihn aus der Wanne, trockne ihn ab und ziehe ihm was neues an.
"So... Und jetzt gehts ab ins Bettchen.", sage ich und bringe den Kleinen ins Bett. Aber schlafen will er noch nicht. Also lese ich ihm noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor, bis er eingeschlafen ist. Dann verlasse ich, so leise wie möglich, Tommys Zimmer.
In diesem Moment geht die Tür unserer Wohnung auf, und jemand schaltet das Licht im Wohnzimmer an.
Es ist Strify, der ziemlich geknickt aussieht.
"Was tust du denn hier?", fragt er verwundert, als er mich sieht.
"Ich habe mich um Tommy gekümmert. Ich fand ihn in einer Mülltonne gefunden.", erkläre ich, "ich wollte euch gerade anrufen, aber das ist ja jetzt nicht mehr nötig."
Und schon will ich wieder die Wohnung verlassen. Aber ich sollte vielleicht doch meine Sachen mitnehmen...

KillMeWithYourSmile am 13.10.07 14:55


21. Kapitel ~Ausflugszeit ist der einen Leid

~Tommys Sicht~

"Lumi! Lumi! Lumi!" rufe ich so gut ich kann und renne auf ihn zu. Sieht vermutlich nicht gut aus, weil man mit einer Windel nicht besonders gut rennen kann, aber ich darf das. Glücklich falle ich um Luminors Beine. Denn um den Hals fallen kann ich ihm nicht, dazu bin ich noch viel zu klein. Die Großen gucken Lumi an, als wäre er ein, ein, ein.. ich weiß nicht, wie ich sagen soll... mir fehlt das Wort. Manno. Auf jeden Fall freue ich mich, dass der große Lumi wieder da ist. Jetzt fühle ich mich direkt sicherer. Nicht, dass ich den Rest nicht lieb hab, aber ich hab ihn vermisst. Mir hat eindeutig was gefehlt. Ui, er nimmt mich hoch.
"Ehm... ich denke, wir müssen reden!" sagt Lara in einem nicht netten Tonfall. Der Rest folgt ihr. Was tun sie? Wieso bin ich so klein.
"Es ist scheinbar doch alles beim Alten. Wir beide sind die, die am Ende allein da stehen." sagt Lumi und seufzt und guckt mich an. Ist doch gar nicht wahr! Aus dem Nebenzimmer kann man sie murmeln hören. Und dann... hört man die Haustür zuknallen. Und nun stehen Papa, Iro, U und Seify im Flur und gucken ein wenig doof drein. Lara ist weg. Lumi setzt mich wieder runter und dreht sich zu ihnen.
"Schön, dass du wieder -äh- da bist." sagt Iro und kratzt sich am Kopf.
"Ja. Klar." Lumi ist nicht begeistert. Ich weiß nicht, wo ich hin soll. Also gehe ich in mein Zimmer und verkrieche mich in meinem Bett und schlafe. Denn ich will nichts hören. Die sollen sich nicht streiten. Obwohl... ich hab noch eine bessere Idee! Und wie erwartet ist die Tür noch offen..
"Luminor, lass uns doch in Ruhe darüber reden!" fängt Papa an. Doch Lumi reagiert nicht.  Mehr höre ich nicht. Ich will da weg! Ich will nich Streit haben! Ui, das erste große Abenteuer: die Treppe. Aber ich bin schnell wie der Wind, wenn man mich nur lässt. Dann steh ich unten vor der Tür. Die ist zu. Was soll ich tun? Weinen? Nein. Nein. Nein. Dann kommen die Großen. Also durchquere ich langsam den Flur und... die Tür in den Hof ist auf. Also gehen wir da mal raus. Mal sehen, was es so gibt. Ein bisschen Grünkrams und eine Mauer, unter die der Hund ein Loch gegraben hat. Da passe ich wunderbar durch! Die große, große Welt. Ein wenig macht sie mir Angst. Aber ich bin ein großer Junge! Und die weinen nicht. Nein. Also gehe weiter. Irgendwohin. Vielleicht ist irgendwo ein Hund. Ich mag einen Hund haben. Die sind so schön weich. Nur kann ich das noch nicht sagen. Dafür kann ich aber schon voll gut denken. Oder? Ui hier fahren große große Autos. Ich möchte auch ein Auto. Die machen so schön Brumm-Brumm! Ich lache und quietsche. Und freu mich. Jetzt setze ich meinen Weg fort. Hinaus in die große weite Welt. Es bemerkt eh niemand, dass ich fehle. Lumi kann in meinem Bett schlafen und die sind alle glücklich. Und ich auch! Ich bin groß und die Welt ist mein. Da ist so ein leuchtendes Ding und Autos fahren dort. Da muss man Acht geben, hat Lumi immer gesagt. Bei... äh welcher Farbe darf man gehen? Ich hätte ihm vielleicht doch zuhören sollen. Mich wird schon niemand angreifen, denn alle Menschen lieben Kinder. Und mich! Alle Großen beschützen mich, also ist es auch egal, wo ich lebe. Wo ist meine Mama? Ich vermisse sie auch ein bisschen. Aber wo ist das? Wo wohnt meine Mama? Der Weg zu Seify damals war weit. Viel zu weit zum Laufen. Glaube ich. Und was nun? Ich bin müde, aber ich will noch nicht ins Bett. Jetzt bin ich groß und mache meine eigenen Regeln! Ich schlafe niiiie nich wieder! Jetzt gehe ich über das Leuchtedings.. und dann... ein Park! Mit Plumen und Päumen! Und ich laufe weiter und weiter und als es dunkel wird, bin ich in einer fremden Gegend. Es ist kalt. Ich will meine Decke. Und Siro habe ich auch Zuhause vergessen. Eine Träne kullert meine Wange hinab. Ich habe meinen besten Freund im Stich gelassen. Ich glaube, ich lege mich hierher. Hier ist so eine kleine Gasse und da liegt eine umgekippte Mülltonne. Und ein bisschen Stoff. Ich lege mich darauf und schlafe sofort.

KillMeWithYourSmile am 13.10.07 03:03


20. Kapitel - Rückkehr

~Luminors Sicht~

Einen Monat habe ich nun in London verbracht. Ich brauchte einfach mal Abstand zu den anderen. Alle haben sich nur noch gestritten... Es war die Hölle auf Erden und ich hatte einfach keine Möglichkeit, es zu ändern, weil niemand auf mich gehört hat...
Aber egal, wie meine Mitbewohner sind, und egal, wie viel sie sich streiten, ich habe sie alle gern. Deshalb fahre ich heute auch nach Hause. Genau, ich fahre. Ich kann es nicht leiden, zu fliegen. Ich habe eine Phobie davor. Aber mit der Fähre geht das ja ganz leicht...
Ich bin aufgeregt, weil ich meine Freunde so lange nicht gesehen habe. Ihr wisst gar nicht, wie lange ein Monat sein kann. Die Zeit schien einfach nicht vergehen zu wollen und eigentlich wollte ich schon vorher nach Hause fahren, aber irgendwie habe ich diese Zeit auch gebraucht...
Ich sollte ein Buch über unsere Chaos-Wg schreiben. Das verkauft sich sicher gut. Ein Comic davon würde sich auch nicht schlecht machen...
Die Fahrt vergeht ziemlich schnell und plötzlich stehe ich schon vor unserer Haustür. Mein Herz hämmert wie verrückt. Aus irgendeinem Grund habe ich Angst. Vielleicht haben sie mich schon vergessen...
Ich schließe die Tür auf und gehe die drei Etagen hoch...
Als ich vor der Haustür stehe, werde ich unschlüssig. Soll ich, oder soll ich nicht? Letztendlich habe ich doch keine Wahl. Ich muss schließlich irgendwo schlafen. Ich hatte nicht vor, mich in einer Mülltonne einzuquatieren. (Anm. 2.Autorin: Oder auf einer Bank.^^)
Also schließe ich die Tür auch auf. Als ich in die Wohnung trete, trifft mich fast der Schlag. Es ist unglaublich sauber hier, so sauber, wie es noch nie hier war. Und ordentlich... Ich glaube, ich bin in die falsche Wohnung gegangen... Das kann unmöglich die sein, in der meine chaotischen Freunde leben. Aber es scheint aber tatsächlich ihre... ich meine, unsere Wohnung zu sein, denn auf der Couch liegt Siro, der Affe von Yu, den er Tommy vererbt hat. Es muss einfach unsere Wohnung sein. Das Einzige, was fehlt, sind meine Freunde. Wo sind die denn alle?
"Hallo?", rufe ich, aber keine Antwort.
Mhm... Ich werde erst mal mein Zimmer begutachten. Doch als ich mein Zimmer sehe, trifft mich der nächste Schlag. Alles ist pink! Alles! Ich glaube, ich bin doch falsch. Meine Sachen sind verschwunden und es sieht aus, wie bei einem Mädchen. Wie bei einem Mädchen? Heißt das... ?
Ich stehe mindestens eine gefühlte halbe Stunde dort und starre in das Pinke Zimmer. Ich kanns nicht glauben. Da ist man mal einen Monat nicht da, und schon suchen sie sich einen neuen Bewohner... Besser gesagt, eine neue Bewohnerin. Ich denke zumindest, dass es eine Bewohnerin ist. Ich bin wirklich zutiefst verletzt.
Ich könnte in den Keller ziehen, da passe ich auch irgendwie rein... Ich bin sauer. Bin ich ihnen den wirklich so wenig wert?
Ich setze mich erst mal auf das Bett, das garantiert nicht meins ist. Es ist so... pink. Diese Farbe sticht schon direkt in meine Augen. Es ist ätzend. Aber was soll ich tun? Shin scheint hier auch nicht mehr zu wohnen. Was geht hier eigentlich ab?
Ich sitze sicher noch mal eine Stunde einfach nur hier rum und starre Löcher in die Luft, als ich das Geräusch von einem sich im Schlüsselloch drehenden Schlüssel höre. Sie kommen zurück. Irgendwie möchte ich mich gerade unsichtbar machen. Vielleicht sollte ich mich unter dem Bett verstecken? Ich komme mir vor, als wäre ich in eine Wohnung eingebrochen, in die ich eigentlich gar nicht gehöre... Ich fühle mich nicht willkommen... Als ich dann auch noch Lachen aus dem Wohnzimmer höre... Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll...
Ich stehe auf und begebe mich ins Wohnzimmer und lehne mich an den Türrahmen. Alle sind da: Shin, Yu, Strify, Kiro, Tommy... Und ein Mädchen, dass ich nicht kenne. Sie hat blonde Haare, ist etwas moppelig und... Ich mag sie jetzt schon nicht. Wegen ihr bin ich bei MEINEN Freunden abgeschrieben, denn es sieht sehr verdächtig danach aus, als sei sie die Person, die in MEINEM Zimmer wohnt...
Sie bemerken mich nicht. Sie merken mich überhaupt nicht. Sie wirken so glücklich. Viel glücklicher, als bevor ich gegangen bin. Vielleicht sollte ich wieder gehen. Wäre für alle Beteiligten vielleicht das beste.
Vorsichtig räuspere ich mich.
Alle Köpfe drehen sich zu mir und das Lachen verhallt.
"Luminor!", sagt Kiro geschockt. Geschockt, genau das ist das richtige Wort. Keiner hat mehr mit mir gerechnet, genau das sagen ihre Blicke aus. Sie haben mich vielleicht nicht mal vermisst...
KillMeWithYourSmile am 13.10.07 02:19


19. Kapitel ~Sonntagabend

~Laras Sicht~

Also. Da wär ich also wieder. Vor diesem Wohnungshaus-Trackt. Und das auch nur, weil Kiro mich angerufen hat. Es ist 18:00 Uhr. Und vor -lasst mich nicht lügen- etwa 27 Stunden habe ich Strify kennen gelernt. Nicht, dass ihr denkt, ich wäre ein Typ für One-Night-Stands. Im Gegenteil. Ich war auch total verwirrt, als Kiro mich vorhin angerufen hat. Von seinem Handy. Also Strifys. Ich weiß nicht mal mehr, wann und wie ich ihm meine Nummer gegeben haben soll. War es der Alkohol? Oder doch etwas ganz anderes? Ich glaube, ich will es lieber nicht genau wissen. So, ich sollte mal klingeln. Der Summer ertönt und ich gehe den Hausflur hinein und die paar Stufen hinauf in den dritten Stock. Kann den Pfunden nur schaden. Und alles, was Pfunden schadet, ist gut. Nicht, dass ich so dick wäre. Aber ein bisschen dünner wäre schöner. Na ja. Kiro empfängt mich an der Tür. Der Rest sitzt wohl am Küchentisch. Zumindest ist Gemurmel von dort zu hören.
"Keiner weiß, dass ich dich angerufen habe." murmelt er mir zu.
"Was soll ich überhaupt hier?" frage ich ihn irritiert, während ich mir die Schuhe abtrete und in die Wohnung gelange.
"Uns helfen. Bitte." sagt er und guckt mich mit diesem Hundedackelhabmichliebblick an, den nur Männer drauf haben. Seufzend verdrehe ich die Augen und trete ein.
"Leute! Wir haben Besuch." erklärt Kiro feierlich, während ich im Hintergrund bin und meine Schuhe und Jacke ausziehe.
"Ach nein?! Meinst du, wir sind taub?!" sagt eine mir unbekannte Stimme zynisch. Dann ziehe ich noch mal mein Outfit zurecht und gehe in die Küchenecke oder Essecke oder was das darstellen soll. Sofort herrscht Schweigen. Alle und vor allem Strify starren mich an. Okay, ich hätte mich verabschieden sollen, aber woher soll ich denn bitte wissen, wie man sich nach einer -ehm- unverbindlichen Nacht verhält?! Und ich habe eine Abschiedsnachricht geschrieben, weil ich ihn nicht wecken wollte.
"Das ist Lara. Und sie wird uns helfen." sagt Kiro.
"Ich kenn dich!" schreit der eine, von dem ich nicht mal weiß, ob ich seinen Namen weiß und zeigt mit dem Finger auf mich. Nicht höflich, denn man zeigt nicht mit dem nackten Finger auf angezogene Leute.
"Jaah. Das will ich dir auch geraten haben! Ich habe dein Leben gerettet!" sage ich.
"Also, ich bin Yu." sagt Yu und profiliert sich. Mehr als einen unbeeindruckten Blick habe ich dafür allerdings nicht übrig.
"Und die schüchterne Schönheit da hinten ist Shin.", erklärt Kiro und setzt sich auf einen noch freien Platz, "so, nun hilf uns."
"Was, wie?" frage ich.
"Du meintest doch irgendwas von Regeln heute morgen!" sagt Kiro und es scheint, als setze er alle Hoffnung in mich. Ich komme mir doof vor. Ich stehe hier und ehm... weiß grad nicht so, wie offen ich reden kann oder nicht.
"Heute morgen?" bohrt Yu sofort nach.
"Jaah. Sie war heut Nacht bei Strify." sagt Kiro so stolz, als hätte er selbst dazu beigetragen. La la la. Ganz natürlich tun. Nun gucken alle von Strify zu mir und keiner sagt was. Um die peinliche Situation zu vermeiden, frage ich:
"Also, was ist euer Problem, Jungs?" 
"Wir haben Streit miteinander und untereinander und das schlägt aufs Klima hier." sagt Shin.
"Und weswegen?!" frage ich und schnappe mir einen Hocker, der irgendwo steht und setze mich an den Kopf des Tisches.
"Dann mal der Reihe nach: die oberste Regel: Jeder stellt nun die Situation aus seiner Sicht dar und die, die nicht sprechen, lassen den Sprechenden ausreden. Okay? Kiro fängt an." bestimme ich. Das erscheint mir am sinnvollsten.
"Also... Shin ist sauer auf mich, weil ich Tommy angeblich böse Musik vorgespielt hätte, dabei versteht er doch kein Englisch. Auf Strify bin ich sauer, weil er Tommy in mein Zimmer geschickt hat, um mein Tagebuch zu holen! Und ich bin noch länger sauer auf ihn, weil er mich angemacht hat, weil ich Tommy Ketchup gegeben habe." sagt er. Die Anderen wollten zwar unterbrechen, allerdings wirken warnende Blicke Wunder. Danach spricht Yu.
"Ich weiß gar nicht.. alle sind sauer auf mich. Shin ist sauer auf mich, weil ich ihn immer Schnecke nenne. Ich meine es doch nicht böse.."
"Ich bin keine Schnecke!" unterbricht Shin. Man sieht ihn an, es gefällt ihm gar nicht.
"Shin, unterbrich ihn nicht!" sage ich. Ich komme mir irgendwie vor, wie im Kindergarten.
"Und Strify ist sauer auf mich wegen der Sache mit dem Kinderwagen und deiner rothaarigen Freundin. Kiro ist sauer auf mich, weil ich angeblich immer seine Schminke benutze, obwohl es eindeutig meine ist, weil sie in meinem Teil des Schrankes steht." Ich nicke. Jaah, das würde mich auch belasten... WG-Probleme, die ich nicht habe, denn ich wohne alleine. Die Freundin war nur ein Vorwand, um aus dieser Wohnung zu gelangen.
"Ich bin sauer auf Yu und Strify, weil sie mich Schnecke nennen. Kiro und ich haben uns wegen Tommy gestritten, wie schon gesagt." erzählt Shin.
"Ich bin sauer auf Kiro, weil er meint, meinem Sohn irgendeinen Fraß vorzusetzen, auf Yu, weil er meinen Sohn gefährdet und weil wegen ihm Shin auch noch sauer auf mich ist! Eigentlich ist hier jeder sauer auf jeden." sagt Strify ohne Aufforderung. Okay. Ich überlege einen Moment. Das sind ziemlich viele Probleme, muss ich sagen. Tommy kommt inzwischen aus seinem Zimmer gelaufen. Er trägt einen Plüschaffen und hat seine kleine Faust so mehr oder weniger im Mund, während er im Flur steht und mit seinen großen Kulleraugen zu uns hersieht. Oh, ich liebe Kinder! Aber ich mache mal lieber nichts unüberlegtes.
"Also: da die meisten eurer Probleme mit Tommy zu tun haben, würde ich mal sagen: Ihr sucht eine Pflegefamilie für ihn." sage ich. Toternst. Es ist allerdings nur als Provokation gemeint. Und die Reaktion folgt auf dem Fuße.
"NEIN!" rufen alle gemeinsam entrüstet.
"Seht ihr?" sage ich zufrieden.
"Was genau sollen wir sehen?" fragt Yu.
"Ihr alle habt eines gemeinsam: Eure Liebe zu Tommy." sage ich ruhig und klinge erschreckend echt wie eine waschechte Psychologin.
"Und das sagt uns jetzt was?" fragt Strify stirnrunzelnd.
"Wenn man etwas liebt, dann will man nur das Beste für ihn oder sie. Und es ist ganz logisch, dass ihr alle andere Ansichten habt, was das Beste für ihn ist, da ihr alle anders erzogen worden seid und so weiter. Da spielen mehrere Faktoren ein. Aber, dass ihr euch für ihn entscheidet, ist das Wichtigste." sage ich. Ich finde, es ist am Wichtigsten, erst mal für das Kind zu sorgen.
"Aber nur, weil ihr nun ein Kind bei euch habt, sollt ihr euch nicht gleich wie eines benehmen. Ich meine.. hört euch doch mal an: der hat meine Schminke genommen, der hat mich soundso genannt.... Klar, Streit gibt es immer aber habt ihr schon mal von Kommunikation gehört?! Gerade in einer Erziehung ist es wichtig, dass man eine Linie verfolgt. Sonst kommt er hinterher zu dir und will etwas, du sagst nein und er geht zum Nächsten, bei dem er weiß, dass er ja sagen wird. Wie soll er jemals lernen, wie man konsequent Regeln einhält?!" frage ich. Alle gucken mich betreten an.
"Und eure Streitereien... vertragt euch! Ihr wohnt ja nicht erst seit gestern zusammen, ihr kennt die Stärken und Schwächen des Anderen und ihr solltet die Schwächen des Anderen ergänzen, anstatt darauf herumzuhacken." sage ich.
"Hat sie Recht?" fragt Kiro an die anderen gewandt. Er klingt wie ein kleines Kind, das gerade gesagt bekommen hat, dass der Weihnachtsmann nicht existiert. Die Anderen nicken.
"Und ihr solltet... einen Tagesplan erstellen oder so was. Und vielleich ein- oder zweimal in der Woche kontrollieren, ob ihr es geschafft habt, euch daran zu halten. Ich weiß, es ist schwer, aber ab und zu muss man ein bisschen erwachsen handeln." sage ich. Oh man. Ich rede so einen Schwachsinn. Hört mir bloß nicht zu!
"Shin? Das mit der Schnecke tut mir Leid. Aber ich meine es echt nicht böse. Ich find Schnecken toll. Du bist meine Lieblingsschnecke." sagt Yu plötzlich kleinlaut. Dann entschuldigen sich auch alle anderen beieinander. Wow. Entweder weigern sie sich entschieden, einen Tagesplan zu erstellen und tun nun so, als wäre alles gegessen oder sie haben wirklich was aus meinen wirren Worten gelernt.
"Ihr müsst lernen, mit euren Streitereien anders fertig zu werden. Ich habe neulich gelernt, dass Ehepaare, die 20 Jahre lang verheiratet waren, immer die gleichen Streitthemen haben. So ist es auch bei Menschen, die zusammen leben. Aber man kann darüber reden und eine Lösung finden, mit der alle zufrieden sind." 
Inzwischen ist Tommy bei mir angekommen und scheint auf meinen Schoß zu wollen. Also nehme ich ihn hoch und er sitzt dort und wuselt mit dem Affen auf dem Tisch herum. 
"Ich fände es gut, wenn du ab und zu mal vorbei schauen würdest." sagt Strify plötzlich. Waah?! Ich? Wieso denn ich auf einmal?! Aber da mir dieser Chaoshaufen irgendwie sympatisch ist, willige ich ein. Ich wohne auch nicht weit weg, von daher lässt sich das einrichten. Den Rest des Abends verbringen wir damit, Tommy zu versorgen und ein paar Dinge zu klären bzw. zu vereinbaren. Mal sehen, wie das weiter gehen wird...

KillMeWithYourSmile am 13.10.07 00:57


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